In Deutschland sind die am Montag vergangener Woche vom EU-Agrarrat beschlossenen Maßnahmen zur Entlastung der Milchbauern erwartungsgemäß unterschiedlich bewertet worden. Politiker der CDU begrüßten das zweite Hilfspaket, Bündnisgrüne sparten dagegen nicht mit Kritik.
Die SPD zeigte sich gespalten: Während Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister, Dr. Till Backhaus, wie sein CDU-Amtskollege aus Baden-Württemberg, Peter Hauk, davon sprach, dass die 500 Mio. € der Europäischen Union in die richtige Richtung gingen, vertrat der Agrarsprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, die Ansicht, dass das „mit heißer Nadel“ gestrickte Programm an den eigentlichen Problemen des Milchmarktes vorbeigehe. Die wirklich notwendigen strukturellen Veränderungen würden nicht angegangen, so Priesmeier. Der Agrarsprecher der grünen Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, warf Rat und Kommission „Fahrlässigkeit“ vor. Laut Ostendorff besteht ein tiefer Graben zwischen den Akteuren. Auf der einen Seite stünden die, die eine Mengenbegrenzung wollten, auf der anderen Seite die, die die Bauern „schonungslos dem Weltmarkt aussetzen“ wollten und den Export als „heilsbringenden“ Wirtschaftszweig verkauften.