Die Mittel der Agrarreserve sollen aufgestockt und das zusätzliche Geld an die Mitgliedstaaten verteilt werden. Das hat die EU-Kommission am Montag dieser Woche vorgeschlagen. Gleichzeitig gab die Brüsseler Behörde bekannt, dass die Regierungen dem Hilfspaket für die Anrainerstaaten der Ukraine zugestimmt hätten. Somit werden Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien insgesamt 100 Mio. € aus der Agrarreserve erhalten, um die Folgen der Agrarimporte aus der Ukraine für ihre Landwirtschaft abzufedern.
Dem Vernehmen nach haben sich bei der Abstimmung zu dem Paket im Ausschuss für die Gemeinsame Marktordnung (GMO) lediglich Belgien und Luxemburg enthalten. Alle anderen gaben grünes Licht trotz zuvor geäußerter Kritik, so auch Deutschland und Frankreich. Polen erhält mit 39,33 Mio. € den Löwenanteil. Für Rumänien sind 29,73 Mio. € vorgesehen, für Ungarn 15,93 Mio. € und für Bulgarien 9,77 Mio. €. An die slowakischen Landwirte gehen 5,24 Mio. €. Auch die landwirtschaftlichen Betriebe in den 22 anderen EU-Staaten können nun mit zusätzlichen Mitteln rechnen. Nach dem Willen der Kommission sollen für sie insgesamt 330 Mio. € bereitgestellt werden. Deutschland soll hierbei mit etwa 35,77 Mio. € den vierthöchsten Betrag erhalten. Der größte Posten ist mit 81,08 Mio. € für Spanien vorgesehen, gefolgt von 60,55 Mio. € für die italienischen Landwirte. Nach Frankreich sollen 53,10 Mio. € fließen. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission sollen die zusätzlichen Mittel von den nationalen Behörden als Ausgleich für Einkommenseinbußen durch Marktverwerfungen, hohe Betriebsmittelkosten, fallende Erzeugerpreise oder Witterungsextreme an die Höfe ausgereicht werden.