Extensivierung keine Option

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Um bei begrenzten Flächen ausreichend Lebensmittel umweltschonend zu erzeugen, kann der Ökolandbau allein keine Lösung sein. Wie der Bundesverband Rind und Schwein betont, kann eine starke Extensivierung auch kontraproduktiv sein. Stattdessen müssten Technologieoffenheit und eine nachhaltige Ausrichtung der gesamten Landwirtschaft politisches Ziel sein. Der Verband verwies auf das Diskus-sionspapier „Jenseits der Öko-Illusion – Gedanken zu einer verantwortungsvollen Landwirtschaft“ des emeritierten Agrarökonomen Prof. Herbert Ströbel. Demnach benötigt der Ökolandbau für die gleiche Produktionsmenge – je nach Region und Ackerfrucht – etwa die doppelte Bewirtschaftungsfläche. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass eine weitere Extensivierung wegen der Mindererträge die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten erhöht und negative Umwelt- und Klimawirkungen ins Ausland verlagert werden. Zwar würde dies die nationalen Klimabilanzen verbessern; global betrachtet ergäbe sich unter Berücksichtigung höherer Importe jedoch per Saldo eine deutliche Steigerung der weltweiten Klimaemissionen, warnt Ströbel.

Auch der Argumentation, den höheren Flächenbedarf des Ökolandbaus durch Verringerung des Konsums tierischer Produkte zu kompensieren, kann der Wissenschaftler nicht folgen. Selbst bei einer Halbierung des gegenwärtigen Konsums tierischer Produkte und der Deckung des verbleibenden Nahrungsbedarfs durch Bio-Produkte ergeben sich laut Ströbel immer noch ein um 40 % höherer Flächenbedarf und 20 % höhere Klimaemissionen. Die EU nutze bereits etwa 16 Mio. ha Agrarfläche im außereuropäischen Ausland durch den Import von Agrargütern. Der Anteil Deutschlands liege bei gut 5 Mio. ha.