Fachtagung „Landwirtschaft 2030 in NRW“ in Düsseldorf

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Es ging um die Zukunft, und zwar um die Zukunft der Landwirtschaft. Sie stand im Zentrum der Fachtagung „Landwirtschaft 2030 in NRW: Zukunftsfest – Nachhaltig – Tierwohlorientiert“, zu der das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium am Montag dieser Woche nach Düsseldorf eingeladen hatte. Das Besondere daran: Corona-bedingt waren die Teilnehmerplätze auf 50 Personen begrenzt, aber jeder konnte die Tagung online verfolgen.

„NRW ist auch ein wichtiges Agrarland. Das wird häufig vergessen. Unser Land ist immerhin das drittgrößte Agrarland in Deutschland“, betonte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser zu Beginn der Veranstaltung. Mehr als 100 000 Beschäftigte in der Landwirtschaft erwirtschafteten in 30 000 Betrieben pro Jahr einen Produktionswert von immerhin mehr als 7 Mrd. €. „Mein Ziel ist es, dass die Landwirtschaft in und für Nordrhein-Westfalen weiterhin einen so hohen Stellenwert hat“, machte die Ministerin unmissverständlich deutlich. Aktuell stehe die Landwirtschaft dabei vor enormen Herausforderungen. Der Klimawandel, gestiegene Verbrauchererwartungen, hohe Anforderungen an Umwelt und Tierschutz, aber auch die Afrikanische Schweinepest und ungeklärte Finanzfragen stellten die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Die größte Aufgabe sei es, die Landwirtschaft zukunftsfest zu machen, nachhaltig und tierwohlorientiert. Und dies sollte auch möglichst schnell erfolgen. „So muss die von der Borchert-Kommission vorgeschlagene Tierwohlabgabe schnell umgesetzt werden und auch die Änderungen im Bau- und Emissionsschutzgesetz müssen schnell auf den Weg gebracht werden“, betonte die Ministerin.

Auf mehr Geschwindigkeit drängte auch Wolfgang Burtscher, Generalsekretär der Generaldirektion „Landwirtschaft und ländliche Entwicklung“ der Europäischen Kommission. Die Ziele der Kommission für die Zukunft der Landwirtschaft seien festgelegt. Die Landwirtschaft müsse nachhaltiger und klimaneutraler werden, betonte der Kommissionsvertreter, der der Veranstaltung per Video zugeschaltet war. Keinesfalls dürfe sich die Landwirtschaft diesen Zielen verschließen. „Und Geschwindigkeit bei diesen Zielen ist wichtig. Sonst ist es schwer, die Fahne der europäischen

Agrarpolitik insgesamt hochzuhalten“, warnte Burtscher. Außerdem kündigte er an, dass die Kommission bis Ende des Jahres allen 27 EU-Mitgliedstaaten Empfehlungen an die Hand geben würde, wie sie die Vorgaben der Biodiversitätsstrategie 2030 und der Farm-to-Fork-Strategie umsetzen könnten, ohne die Landwirte über Gebühr zu belasten.

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