Die neue EU-Beobachtungsstelle für die Agrar- und Lebensmittelkette (AFCO) sollte die Kosten für die Milcherzeugung anhand einer fairen Methode berechnen. Das hat das European Milk Board (EMB) gefordert. Der Dachverband hat dabei die Formel des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) im Auge. Die Methode sei repräsentativ und bewährt, erklärte das EMB. Ihr besonderer Vorzug liege darin, dass sie ein angemessenes Einkommen für die Erzeuger ansetze.
Den jüngsten Berechnungen des BAL zufolge haben die Erzeugerpreise im EU-Mittel im Zeitraum 2019 bis 2023 nur 88 % der Produktionskosten gedeckt. Nur für das Ausnahmejahr 2022 werden kostendeckende Milchauszahlungspreise ausgewiesen. Seitdem hat sich die Situation für Milchviehalter jedoch wieder verschlechtert. Für 2023 kommt die BAL für Deutschland auf Einnahmen von 10,49 ct/kg. Daraus abgeleitet wird ein Stundenlohn von 18,23 €. Die als angemessen angepeilten 20,00 € wurden damit um 9 % verfehlt. Als Grund werden gefallene Milchauszahlungspreise bei gleichbleibend sehr hohen Betriebsmittelkosten angeführt.