Feldlerche erneut Vogel des Jahres

Foto: NABU

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat die Feldlerche zum „Vogel des Jahres 2019“ gewählt und damit die Forderung nach einem besseren Schutz für Biodiversität und Lebensräume verbunden. Mit der erneuten Ernennung will der NABU zeigen, dass die Anstrengungen zum Schutz der Feldlerche nicht ausreichten, da sich der alarmierende Rückgang bei den Beständen dieses ehemaligen Allerweltsvogels fortsetze. Ein Drittel der Feldlerchen sei in den vergangenen 25 Jahren verschwunden. Der neue „Jahresvogel“ stehe damit stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter gehe. Nach Überzeugung des NABU-Präsidiumsmitglieds Heinz Kowalski ist dafür „die immer intensivere Landwirtschaft“ verantwortlich, die den Bodenbrüter durch den Entzug von Nistplätzen und zu wenig Nahrung aus Feld und Flur vertreibe. Der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützt die Wahl der Feldlerche zum Vogel des Jahres 2019, da dies nach seiner Auffassung die Bedeutung des Vogels für die Agrarlandschaft unterstreicht. Anders als der NABU sieht DBV-Präsident Joachim Rukwied die moderne Landwirtschaft aber durchaus als wichtiges Element zum Erhalt des Bodenbrüters an. Rukwied wies da­rauf hin, dass die Feldlerche als Kulturfolger und Bodenbrüter eng mit der Landwirtschaft verbunden sei und besonders von der Offenhaltung der Kulturlandschaft durch die Landwirtschaft abhänge. Nach seinen Worten sehen sich die Landwirte „in der Verantwortung und tragen seit Jahren dazu bei, den Bestand der Feldlerche zu fördern“. Beispielsweise würden immer mehr Bauern mit Hilfe von Feldlerchenfenstern, Feldvogelinseln und Randstreifen Plätze im Feld schaffen, die auch in dichten Getreidebeständen Lebens- und Brutstätten für diesen charakteristischen Feldvogel garantierten. Auch folgten viele Landwirte seit einigen Jahren dem oft gemeinsamen Aufruf von Bauern- und Umweltverbänden, ihre Sämaschine bei der Aussaat für einige Meter auszuheben, um so Landeplätze für Feldlerchen im Acker anzulegen. Zudem testet der Bauernverband im Dialog- und Demonstrationsprojekt „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) praxisnahe Schutzmaßnahmen für Feldvögel. Damit sollen nicht zuletzt Anregungen für die Agrarpolitik entwickelt werden. Der DBV stellte aber gleichwohl fest, dass der nach wie vor immense Flächenverbrauch in Deutschland eine große Gefahr für die Feldlerche darstelle, da hierdurch Lebensräume durch Versiegelung verlorengingen. Der Verband erinnerte ebenso daran, dass auch von Beutegreifern wie Füchsen, Greifvögeln und Hauskatzen sowie von der Jagd auf Feldlerchen in Südeuropa eine Bedrohung für den Vogel ausgehe.