Sie hat es wieder getan: Die im Wolfsgebiet Schermbeck heimische Wölfin GW954f, auch bekannt unter dem Namen Gloria, hat in den letzten Wochen mehrfach Nutztiere gerissen. Deshalb wird eine mögliche Entnahme der Wölfin momentan geprüft. Umweltschutzverbände fordern nun eindeutige Beweise für das Überwinden des empfohlenen Herdenschutzes und stellen die betroffenen Weidetierhalter an den Pranger.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat am Mittwoch vergangener Woche bestätigt, dass Nutztierrisse am 20., 21. und 24. Oktober der Wölfin GW954f zugeordnet werden konnten. Das hätte eine aktuelle genetische Untersuchung des Senckenberg-Instituts ergeben. Für weitere Schafsrisse am 31. Oktober in Wesel und am 10. November in Schermbeck und Hünxe sowie einen Ponyriss am 14. November in Hünxe-Drevenack liegen noch keine Analyseergebnisse vor. Damit gehen innerhalb eines Monats – im Zeitraum vom 27. September bis 24. Oktober – insgesamt sechs Übergriffe nachweislich auf das Konto von Gloria.
Laut dem NRW-Umweltministerium hat die Wölfin damit zum wiederholten Mal in kurzen Abständen als wirksam erachtete Herdenschutzmaßnahmen überwunden. Vor diesem Hintergrund sind von dem Tier weitere erhebliche wirtschaftliche Schäden zu erwarten. Deshalb erarbeitet die Landesregierung momentan zusammen mit dem zuständigen Kreis Wesel die Grundlagen für die Prüfung einer Entnahme dieses Wolfs.
Am Freitag vergangener Woche veröffentlichte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Pressemitteilung zu dem Thema, deren Formulierung vermittelt, dass das Umweltministerium zusammen mit dem Kreis Wesel die Grundlagen für die Prüfung einer Entnahme des Wolfs bereits erarbeitet hat. Das ist allerdings nicht der Fall, denn der Kreis Wesel teilte der LZ auf Anfrage mit, dass gegenwärtig die Grundlagen und Voraussetzungen für die Prüfung einer Entnahme der Wölfin GW954f erarbeitet werden. Die Bearbeitung ist also noch nicht abgeschlossen und der Prozess noch in vollem Gange. Wie der BUND zu dem Schluss kommt, dass bereits etwas erarbeitet sei, ist offen. Es scheint so, als wollte der Umweltverband – der einem möglichen Abschuss erwartungsgemäß kritisch gegenübersteht – schon frühzeitig sein Veto einlegen, obwohl noch überhaupt nichts entschieden ist. Ganz nach dem Motto: Wir sind gegen den Abschuss von Gloria, deshalb feuern wir präventiv gegen alles, was vielleicht in diese Richtung gehen könnte. kj
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Feuern, bevor geschossen wird
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