Der World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland zieht die Notbremse und geht auf Konsolidierungskurs. Angesichts großer Finanzlücken im Etat droht Dutzenden Angestellten die Kündigung. Besiegelt wurde auch die Schließung der Abteilung Landwirtschaft, und das klassische Umweltbildungsangebot fällt ebenfalls den Streichungen zum Opfer. Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung sollen bis zu 80 der knapp 500 Angestellten gehen. Mit der organisatorischen Neuaufstellung will der WWF pro Jahr 4,5 Mio. € an Personalkosten einsparen. Schon das Finanzjahr 2022/23, das am 30. Juni ablief, hatte der WWF Deutschland mit einem Minus von 1,88 Mio. € abgeschlossen. Zum Finanzjahr 2023/24 liegen noch keine offiziellen Daten vor. Nach internen Zahlen der Naturschutzorganisation könnte sich der Verlust in diesem Jahr aber auf mindestens 5 Mio. € erhöhen. Die getroffenen Entscheidungen sind dem Vorstand zufolge auch eine Reaktion auf eine komplexe Situation auf dem Spendenmarkt. Die Spendenbereitschaft sei generell rückläufig. Spenden sind für die Naturschutzorganisation eine wichtige finanzielle Basis. Im Finanzjahr 2022/23 wurden von rund 350 000 Personen 56,3 Mio. € bereitgestellt; das entsprach etwa 45 % der gesamten Einnahmen. Verstärken will der WWF künftig die Kooperation mit Konzernen. Über das Lizenzgeschäft mit Unternehmen wie Edeka waren 2022/23 insgesamt 17,5 Mio. € eingenommen worden.