Eine erhebliche Reduzierung der landwirtschaftlichen Produktion und deutliche Preissteigerungen, insbesondere für tierische Produkte, wären die Folgen der Umsetzung der sogenannten „Farm to Fork Strategie“ der EU schlussfolgert ein aktueller Bericht des EU-finanzierten Joint Research Zentrum (JRC). Verfasst wurde das Papier von Dr. Yelto Zimmer, der das von Agrarökonomen gebildete Netzwerk „agri benchmark Cash Crop“ am Thünen-Institut koordiniert. Die Auswirkungen der im Rahmen des Green Deal in der Farm-to-Fork-Strategie aufgestellten Reduktionsziele sind in der Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der EU-Kommission teils zu optimistisch beschrieben. Konkret seien vor allem die Folgen einer Minderung des chemischen Pflanzenschutzes zu positiv eingeschätzt worden. So müsse ein Ertragsrückgang von 10 % bei einer Halbierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, wie vom GFS erwartet, als „eher optimistische Annahme“ angesehen werden, erklärt „agri benchmark“. Nach seiner Einschätzung könnte es zwar beispielsweise bei spät gesätem Winterweizen Situationen geben, in denen dies möglich sei. In anderen Kulturen dürften die Ertragsverluste jedoch deutlich höher ausfallen. Bei sehr empfindlichen Kulturen wie Raps könne das Reduktionsziel sogar dazu führen, dass diese Kultur aus dem Anbauprogramm der Landwirte weitgehend verschwinde. Aber auch derzeit weniger verbreitete Nutzpflanzen wie Bohnen, Erbsen oder Sojabohnen, die laut dem Netzwerk für die angestrebte Ausweitung der Fruchtfolgen dringend benötigt werden, seien stark auf chemischen Pflanzenschutz angewiesen. Der Bericht ist nachzulesen unter dx.doi.org/10.2760/98160.