Kühe suchen die Fressplätze nur dann gerne und häufig über den Tag verteilt auf, wenn sie sich dort wohlfühlen. Wie sieht ein Fressplatz aus, der den Ansprüchen der Kühe entspricht? Welche Technik ist beliebt? Prof. Dr. Barbara Benz, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, ist dieser Frage nachgegangen.
Für die Energieversorgung, insbesondere der frisch laktierenden Kühe, muss die Futteraufnahme optimal sein. Voraussetzung dafür sind ein gutes Fütterungsmanagement, Futterhygiene und eine ungestörte Futteraufnahme. Auf einer unebenen Futtertischoberfläche können sich Futterreste festsetzen und Keime vermehren, was mutmaßlich die maximale Futteraufnahme der Kühe einschränkt.
Belag im Blick
Die heutzutage praxisübliche ständige Futtervorlage bedeutet, dass Futtersäuren permanent auf die Oberfläche einwirken. Deshalb wird der Beton eines Futtertischs in die Expositionsklasse XA3 eingestuft – chemisch stark angreifende Umgebung –, wo zur Mindestdruckfestigkeitsklasse C35/C45 außerdem der Schutz des Betons erforderlich ist. Dazu kommt die mechanische Beanspruchung der Oberfläche durch die Kuh selbst, wenn sie mit ihrer Zunge das Futter aufnimmt.
Nach Untersuchungen an der University of Minnesota, USA, genügt eine verhältnismäßig geringe zusätzliche Futteraufnahme, damit sich die Investition in einen neuen Futtertischbelag amortisiert. Errechnet wurde dort für 1 kg zusätzliche Futteraufnahme mit 50 % Trockenmasse eine Mehrleistung von 1,13 kg Milch, was trotz Abzug der Futterkosten ein Plus von rund 90 €/Kuh/Jahr ermöglicht.
Mehr in LZ 30-2024 ab S. 27