Fröhlicher Landfrauennachmittag der Aachener Landfrauen in Burtscheid

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Die Aachener Landfrauen können es.  Sie können richtig jeck sein. Nach zwei Jahren Coronapause stellten sie dies am Dienstag vergangener Woche bei ihrem fröhlichen Landfrauenkarneval in den Kurpark-Terrassen in Aachen-Burtscheid erneut unter Beweis. Über vier Stunden lang präsentierten sie echten Landfrauenkarneval mit vielen Einlagen aus den eigenen Reihen. Christa Ewig hatte ein tolles Programm auf die Beine gestellt und Sitzungspräsidentin Annette Pitz führte souverän durch den Nachmittag.

Den Startschuss setzte zu Beginn der traditionelle Einmarsch des Elferrats der Landfrauen mit dem Höhner-Song “Steh auf, mach laut ...“ und anschließend wurde auf der Bühne auf den Titel der 4 Amigos „Vür fiere Öcher Karneval“ getanzt.  Viel zu lachen gab es bei der Tanzgruppe „Old Ladies“. Die sechs Haarener Landfrauen  tanzten hierbei in originellen weißen Kostümen zur Musik von Schwanensee und kamen um eine Zugabe nicht herum. Wie gut sie tanzen können, das bewiesen in diesem Jahr wieder die „Öcher Mäddcher“. Die Landfrauengruppe erschien in Piratenkostümen und kam ebenfalls um eine Zugabe nicht herum.

Schön anzusehen und anzuhören war der Auftritt der Landfrauen-Gymnastikgruppe. Die vier Landfrauen Hilde Röhlen, Marlis Bauwens, Marianne Felder und Marlies Ahn glänzten auf der Bühne als „Weibsbilder“, die wissen, was sie wollen. Sie präsentierten ihr Witwenlied „Wieder mal sind wir zu haben …“. Allerdings traurig waren die Witwen nicht, sondern eher erfreut, ihre ollen Männer loszuwerden. Das Publikum war begeistert. Und kein Auge blieb trocken beim Sketch „Zwei Damen im Wartezimmer“. Erika Radermacher und Gerda Jansen lieferten sich als Frau Hawlitschek und Frau Posposchill ein herrliches Zwiegespräch. Frau Posposchill klagt über ihre vielen Krankheiten, aber Frau Hawlitschek weiß Rat. Wegen ihrer Ohrenschmerzen schickt sie die Kranke zum „Ohrulogen“, mit ihrem steifen Genick zum „Genickologen“ und wegen des Kneifens und Ziehens im Gedärm zum „Därmatologen“. Der Saal tobte. Eine tolle Einlage der beiden Landfrauen.

Auch wenn die Aachener Landfrauen den größten Teil des Programms gestalteten, so waren doch in diesem Jahr auch einige Fremdakteure mit dabei. Unter anderem Bernd Pitz und Bernd Nellessen. Die beiden Landwirte begeisterten mit ihrem Sketch „Bauer sucht Frau“. Und auch die Jugend fehlte beim Aachener Landfrauenkarneval nicht. Die „Kenger vajjen Beverau“ – die Schüler der Domsingschule – waren ebenso dabei wie die Cheerleader des TV Richterich und das Tanzpaar der KG Löwengarde Eschweiler. Auch der Aachener Karnevalsprinz Guido I ließ es sich nicht nehmen, mit seinem Hofstaat bei den Landfrauen vorbeizuschauen. Eine regelrechte Glanzleistung legte Paul Hahn, der ehemalige Märchenprinz und jetzige Sänger im Karnevals College ,an diesem Nachmittag hin. Da es technische Pro-bleme mit der Musikanlage gab, disponierte er kurzerhand um und präsentierte statt seines ursprünglichen Liederprogramms alle möglichen Öcher Lieder, die ihm einfielen.

Aber auch die Landfrauen bewiesen, dass sie mit technischen Pannen umgehen und auch Zeitpausen gekonnt überbrücken können, unter anderem durch eine spontan von der Sitzungspräsidentin initiierte Polonaise durch den Saal. Die Besucherinnen und die wenigen männlichen Besucher im Saal jedenfalls waren begeistert. Für die beiden Hauptakteure des Aachener Landfrauenkarnevals Annette Pitz und Christa Ewig war es Premiere und eine gelungene dazu. Man kann schon jetzt gespannt sein auf den Aachener Landfrauenkarneval im nächsten Jahr.

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