Steht erst kurz vor Renteneintritt fest, dass der eigene Betrieb nicht übernommen wird, ist eine ausreichende Altersversorgung oft nicht mehr möglich. Christian Solle, Landwirtschaftskammer NRW, zeigt, wie man beim Altwerden ohne Altenteil finanziell sorgenfreier abgesichert ist.
Das Thema Hofnachfolge beschäftigt Familie Meyer schon lange. Die Eheleute sind beide 55 Jahre alt und noch ein ganzes Stück vom Rentenalter entfernt. Doch schon jetzt ist klar, dass keines ihrer Kinder den Betrieb mit 350 Sauen weiterführen wird. Es stellt sich die Frage, wie die Eheleute finanziell langfristig abgesichert sind.
Im Rahmen einer Hofübergabe würden Altenteilsleistungen – Wohnrecht und Baraltenteil – vereinbart werden. Die Kosten der Altenteilerwohnung, wie zum Beispiel Nebenkosten, Reparaturen und Grundsteuer, trägt im Regelfall der Nachfolger. Die Altenteiler bezahlen oft nur die Schönheitsreparaturen. Über das Baraltenteil würde zudem ein monatlicher Geldbetrag an die Eheleute fließen. Ohne Nachfolger fallen jedoch diese beiden Positionen weg. Im Ergebnis müssen die Meyers sämtliche Kosten für Wohnhaus und sonstige Lebenshaltung selbst tragen.
Zudem erhalten die Eheleute zusammen nur 1 100 € Altersrente pro Monat aus der landwirtschaftlichen Alterskasse. In den relativ niedrigen Renten steckt jedoch die Annahme, dass ein Nachfolger den Betrieb übernimmt, Baraltenteil zahlt sowie die Altenteilerwohnung und den Rest des Wohnhauses finanziert. Läuft der betriebliche Teil aus und geht zum Beispiel in die Verpachtung über, müssen die verbleibenden betrieblichen Festkosten, wie etwa Versicherung, Abschreibung und Reparaturen, durch die Pachteinnahmen für Flächen und eventuelle Wirtschaftsgebäude gedeckt werden.
Umfang und Struktur der Eigentumsflächen sowie das regionale Pachtpreisniveau bestimmen maßgeblich die realisierbaren Pachteinnahmen: Viele ha Acker in einer Region mit hohem Pachtniveau bringen mehr als wenige ha Grünland in einer Niedrigpreis-Region. Das Fremdkapital sollte beim Ausstieg möglichst vollständig getilgt sein, da die Pacht selten ausreicht, um noch Darlehen bedienen zu können. Wenn für den Betrieb in der Liquidität eine schwarze Null geschrieben werden kann, ist oft schon viel erreicht.
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