Erdbeeren sind die ersten Früchte, die die Obsternte in Nordrhein-Westfalen einläuten, betonte Georg Boekels, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer bei der Eröffnung der nordrhein-westfälischen Erdbeersaison. Gemeinsam mit NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen gab Boekels am 23. April auf dem Obsthof Häger in Wachtberg den offiziellen Startschuss für die Saison.
„Mit etwa 350 Betrieben auf rund 2 280 ha Anbaufläche zählt Nordrhein-Westfalen zu den Top-3-Erdbeeranbaugebieten Deutschlands“, unterstrich Gorißen bei der Saisoneröffnung. „Allein 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 28 270 t Erdbeeren geerntet.“ Der hiesige Anbau sorge für kurze Wege, was gut für das Klima sei, erklärte die Ministerin und appellierte an die Verbraucher, die regionalen Erdbeeren zu bevorzugen.
„Der frühe Starttermin in die diesjährige Erdbeersaison ist dem frühen Vegetationsbeginn in diesem Jahr zuzuschreiben“, erläuterte Boekels und betonte, dass es den Obstbauern mit planvollen Anbaumethoden gelänge, die Erdbeersaison auf deutlich mehr als ein halbes Jahr zu verlängern. „Der Anbau im Gewächshaus und Folientunnel kann die Erdbeerernte gegenüber dem Freilandanbau deutlich verfrühen“, so Boe-kels. Geht die Ernte in den Folientunneln zu Ende, reifen die Früchte dann in Erdbeerkulturen, die mit Folie oder Vlies abgedeckt wurden. Schließlich reifen dann auch die Früchte auf den nicht abgedeckten Flächen. Um die Ernte im Sommer zu verlängern, verspätet eine Abdeckung mit Stroh den Austrieb der Pflanzen. Hierdurch kann eine Ernteverzögerung um circa zehn Tage erreicht werden. Eine ständige Erdbeerernte garantieren zudem sogenannte remontierende Sorten, die vom Frühjahr bis in den Herbst hinein blühen. „Am intensivsten wird aber die Möglichkeit genutzt, sogenannte Frigo-Pflanzen in regelmäßigen Abständen zu pflanzen und zu beernten“, erklärte der Obstspezialist. Bei diesen Frigo-Pflanzen handelt es sich um tiefgefrorene Erdbeerjungpflanzen, die durch die Tiefkühlung in eine verlängerte Winterruhe versetzt werden. Das Auftauen und Pflanzen der Jungpflanzen entspricht dem Vegetationsbeginn im Frühling, sodass nach acht bis zehn Wochen nach der Pflanzung die Beeren geerntet werden können. Im späten Herbst setzt dann erneut die Ernte im Gewächshaus ein – auch mit Frigo-Pflanzen.
„Durch den Anbau der Erdbeeren in Gewächshäusern und Folientunneln wird nicht nur ein Verfrühungseffekt erzielt, auch für die Gesundheit der Erdbeerpflanzen bietet der Schutz vor Regen große Vorteile“, betonte der Obstbauer abschließend.
Birgit Scheel