Angesichts der anhaltenden Milchmarktkrise wächst die Zahl der Europaabgeordneten, die sich für verbindliche Regeln zur Produktionsbegrenzung des Milchaufkommens aussprechen. Dies wurde am Montag vergangener Woche in der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses im EU-Parlament in Brüssel deutlich. Gleichzeitig werden die Warnungen vor einer Renationalisierung der Agrarpolitik lauter. Während der Vize-Generaldirektor für Landwirtschaft in der EU-Kommission, Joost Korte, den Ausnahmecharakter der eingeleiteten Maßnahmen unterstrich und betonte, dass kaum Möglichkeiten bestünden, mit finanziellen Mitteln zu Produktionssenkungen beizutragen, forderten mehrere Abgeordnete rechtliche und für alle Landwirte in der EU verbindliche Schritte, die Erzeugung zu deckeln. Korte stellte aber klar, dass die Kommission aktuell keine Befugnis habe, Produktionsbeschränkungen anzuordnen. Der französische EVP-Abgeordnete Michel Dantin warnte indes, dass einzelstaatliche Beihilfen zu einem Meinungsklima beitragen könnten, in dem die gesamte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in Frage gestellt werde. Das einzige und letztlich auch kostengünstigste Mittel gegen die Krise sei, alle Landwirte zur Produktionsbegrenzung zu ermutigen.