Für ein friedliches Miteinander an der Schule

Foto: Silke Bromm-Krieger

Mechthild Spöde hat ein offenes Herz für Kinder und Jugendliche. An jedem Mittwochvormittag geht sie in eine Schule in der Nähe ihres Wohnorts. Hier ist die Seniorpartnerin in School, kurz SiS, im ehrenamtlichen Einsatz. Als SiS-Mediatorin begleitet sie Schülerinnen und Schüler beim Suchen und Finden von Lösungen für einen friedlichen Umgang mitei­­nan­der.

Ein Mittwochvormittag, Laura (Name geändert) bittet Mechthild Spöde um ein Gespräch. Dafür verabreden sie sich wenig später in der „Insel“. Das ist ein etwas versteckt liegender Begegnungsraum im weitläufigen Schulgebäude. Niemand sieht, wer gerade ein- und ausgeht. Hier kann Laura sich vertrauensvoll öffnen. Sie weiß, alles, was sie gleich sagen wird, wird im Raum bleiben. Die SiS-Mediatorin wird die Gesprächsinhalte ohne Lauras ausdrückliche Einwilligung nicht weitererzählen, weder an die Lehrkräfte noch an die Schulleitung. In dieser Sicherheit berichtet die Schülerin, dass jemand im schulischen Umfeld ihr das Smartphone weggenommen und entsperrt habe, um Inhalte aus ihren privaten Nachrichten an Mitschüler weiterzuleiten und sie damit lächerlich zu machen. Das fühle sich für sie schlecht an, sie wisse nicht, wie sie damit umgehen solle. Mechthild Spöde hört Laura aufmerksam zu. Sie fragt behutsam, wie es ihr gerade geht und was ihr in diesem Moment wichtig wäre. Gemeinsam suchen sie nach einer möglichen Lösung. Sie thematisieren auch, wie Laura sich in Zukunft vor solch einer Situation schützen kann.

Mehr in LZ 13-2023 ab S. 64