EU-Landwirte sehen grenzüberschreitende Herausforderungen
Die EU-Hauptstadt stand am 18. Dezember ganz im Zeichen des Protests gegen die Pläne zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und das geplante Mercosur-Abkommen. Aus allen 27 Mitgliedstaaten waren Landwirtinnen und Landwirte nach Brüssel gekommen, um gegen beide Vorhaben zu protestieren. Bis zur Mittagszeit verlief alles weitgehend ruhig. Später gab es vereinzelte Zwischenfälle. Die Organisatoren hatten im Vorfeld nochmals zu friedlichen Protesten aufgerufen. Die Demonstranten waren mit annähernd 1 000 Traktoren nach Brüssel gekommen. „Sehr viel mehr“ Schlepper sollen sich noch im Umland der belgischen Metropole gesammelt haben. Laut Veranstalter hat Brüssel an dem Tag den größten Bauernprotest seit dreißig Jahren erlebt.
Laut Copa/Cogeca, dem Dachverband der europäischen Bauernverbände, standen zum ersten Mal Landwirtinnen und Landwirte aus allen Teilen der EU gemeinsam auf und demonstrierten Einigkeit. Sie hätten gezeigt, dass die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, keine nationalen Grenzen kennen. Copa/Cogeca zählt dazu unter anderem Düngemittelpreise, unfaire Steuern und fehlende Vereinfachungen. Die Demonstrierenden forderten eine starke, gemeinsame und gut finanzierte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027, einen fairen und transparenten Handel, der die europäischen Produktionsstandards und sensibelsten Sektoren wirksam schützt sowie echte Vereinfachungen und Rechtssicherheit. Dem Dachverband zufolge sei es jetzt Zeit zu handeln.
Unter dem Motto „Green Power statt Green Deal“ machten sich auch Bäuerinnen und Bauern aus dem Rheinland auf den Weg nach Brüssel. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) folgte mit mehr als 150 Landwirtinnen und Landwirten dem Aufruf. Der RLV unterstrich in dem Zusammenhang, dass die heimische Landwirtschaft den fairen Wettbewerb grundsätzlich nicht scheut, solange er auf Basis gleicher Umwelt-, Sozial- und Verbraucherschutzstandards stattfindet.
AgE/ds