Seine Forderung nach einer sachlichen und praxisnahen Bewertung der Risiken von Pflanzenschutzmitteln hat der Deutsche Bauernverband (DBV) bekräftigt. Bei der Eröffnung der vierten DBV-Ackerbautagung warnte der Vorsitzende des Fachausschusses für Getreide, Wolfgang Vogel, am Montag vergangener Woche in Berlin davor, die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln politisch zu instrumentalisieren.
Bei der Anwendung von Mitteln, wie Glyphosat, sei man nicht gut beraten, agrar- und umweltpolitische Ziele miteinander zu vermischen. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz-Süd (BWV), Eberhard Hartelt, hob in diesem Zusammenhang den hohen Ausbildungsstand der Praktiker hervor. Die sachgemäße Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln sei die Regel, nicht die Ausnahme. Ungeachtet dessen erinnerte Dr. Jutta Klasen vom Umweltbundesamt (UBA) die Ackerbauern an ihre Verantwortung auch in Bezug auf die Artenvielfalt sowie den Umwelt- und Verbraucherschutz. Sie monierte, dass der Berufsstand und die Industrie zwar regelmäßig den Nutzen von Pflanzenschutzmitteln zur Ernährungssicherung kommunizierten, gleichzeitig aber oft deren Kosten für die Natur und die Gesellschaft vernachlässigten. Dabei sei bekannt, dass auch zugelassene Mittel und Wirkstoffe ein Risikopotenzial für die Umwelt mit sich brächten.