Für die Kids waren es vor allem die mit den Händen greifbaren Erlebnisse, die ihnen der „Lernort Bauernhof“ am Freitag vergangener Woche auf dem Forum Landwirtschaft des RLV bot: das Melken der „Kühe“ sowie das Mahlen und Abfüllen von Flocken aus Hafer, Weizen, Dinkel und Roggen für das Frühstück am nächsten Morgen. Sehr beliebt waren auch die Tütchen mit Blühsamen, die sie sich unter Anleitung von Sibylle Denker-Seredszus zusammenstellen konnten. Das Fördern echter Erlebnisse gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins Stadt und Land in NRW. Vom Sachkundeunterricht in der Primarstufe über Biologie und Geografie in der Sekundarstufe 1 bis hin zur Oberstufe: Bauernhöfe bieten für alle Schulformen und Altersstufen tolle Möglichkeiten zur nachhaltigen Wissensvermittlung.
Unter dem Motto „Lernort Bauernhof“ engagiert sich der Verein seit fast 70 Jahren für den aktiven Dialog und die Begegnung vor Ort von Schule und Landwirtschaft. Rund 7 000 Lehrkräfte in NRW befinden sich im Verteiler des Vereins und werden über Aktivitäten informiert. So auch über das Projekt auf der Laga in Neuss. „Es waren heute schon viele interessierte Lehrkräfte hier am Stand“, freute sich Hubert Koll, Geschäftsführer des Vereins, und Office-Managerin Heike Fink ergänzte: „Wir veranstalten rund 30 Lehrer-Fortbildungen auf Höfen in NRW pro Jahr. Die sind immer sehr gut besucht. Hier fungieren wir als Vermittler und unterstützen mit unserem Netzwerk sowie fundierten Unterrichtsmaterialien den Austausch und die Meinungsbildung.“ Mit dem Projekt „Lernort Bauernhof“ bietet der Verein Bauernhoferkundungen, Landpraktika und Mithilfe bei Projektwochen. Dafür kooperiert er unter anderem mit der Landwirtschaftskammer NRW, den Landfrauen- und Landwirtschaftsverbänden, der Verbraucher-Zentrale, der Natur- und Umweltschutzakademie und schulischen Einrichtungen. Finanziert wird er über das NRW-Landwirtschaftsministerium. Der Verein vermittelt die Exkursionen von Schulklassen auf Bauernhöfe, die detailliert vorbereitet werden und bei den Schülern nachhaltige Erfahrungen hinterlassen. Hubert Koll: „Ziel ist es, das Verständnis der Menschen in Stadt und Land füreinander zu fördern.“
Die gleichen Ziele, die letztlich auch das Forum Landwirtschaft auf der Laga verfolgt; mit sehr positivem Feedback seitens der Besucher. Miteinander reden, Herausforderungen und Werte kennenlernen – Öffentlichkeitsarbeit ist immens wichtig für das gegenseitige Verständnis von Verbrauchern und Landwirten genauso wie für die Interessensvertretung in der Politik. RLV-Vizepräsident Paul-Christian Küskens, der über den RLV auch mit dem Verein Stadt und Land kooperiert, verstärkte die Präsenz auf dem Forum Landwirtschaft durch persönliche Gespräche mit Besuchern und stellte die Arbeit der Initiative „Mag doch jeder“ vor. Die Initiative, der sich mittlerweile rund 840 Landwirte angeschlossen haben, setzt sich seit 2019 positiv und selbstbestimmt für die Imageverbesserung der Landwirtschaft ein.
Ulrike Kossessa