Seit 30 Jahren gibt es „Spitzen Spargel“ bei Familie Spitz in Wankum. 1992 hatte Josef Spitz, liebevoll „Onkel Jupp“ genannt, mit dem Spargel begonnen. Seinem Neffen Christian und dessen Frau Christina Spitz ist es zu verdanken, dass auch in dieser Saison wieder Spargel über die Ladentheke geht.
Es war schon früh klar, dass Christian einmal den Spargelhof übernehmen würde. Dass es so schnell geht, hatte allerdings keiner gedacht. Die Landwirtschaft ist für den 31-jährigen Christian und seine ein Jahr jüngere Frau Christina Neuland. „Ich habe gar keine Vorkenntnisse“, gesteht Christian. Er habe mal über eine landwirtschaftliche Ausbildung nachgedacht, als er 16 war. Onkel Jupps Antwort lautete damals: „Mach etwas Vernünftiges!“ So folgten eine Ausbildung als Schlosser, das Fachabitur, ein Studium zum Wirtschaftsingenieur für Produktion und Logistik und der Job bei Liebherr in der Flugzeugindustrie.
Der Spargelhof ließ ihn aber nicht los. „Die ersten Gespräche in Richtung Hofübernahme kamen zum Ende des Masterstudiums wieder auf“, blickt er zurück. Josef blieb aber hart. „Werde erst mal erwachsen“, riet er dem Neffen. „Der Plan war es, den Hof zu übernehmen, wenn Josef in Rente geht, und dann von seinen Erfahrungen zu profitieren.“ Leider verstarb Onkel Josef viel zu früh im Alter von 59 Jahren, sodass es dazu nicht mehr kam. „Mein Onkel hatte Ende August die Diagnose Krebs im Endstadium bekommen. Das war für mich der Startschuss, mein altes Leben aufzugeben und seins zu übernehmen“, erinnert sich Christian. Er und seine Frau Christina waren zu diesem Zeitpunkt beide fest angestellt und wohnten mit ihrer zweijährigen Tochter Fiona in Lindau am Bodensee. Schon nach der Krebsdiagnose des Onkels im Herbst stand fest, dass der Weg der Familie zurück nach Wankum führt. Christina übernahm die Pflege von Jupp, pendelte dafür zwischen Lindau, ihrer Arbeitsstelle als Krankenschwester in der Schweiz und Wankum hin und her, bis die Familie im Januar dieses Jahres schließlich vollständig nach Wankum zog. „Wir hatten in guten Zeiten versprochen, den Hof zu übernehmen, dann hielten wir uns auch in schlechten Zeiten daran“, unterstreichen Christian und Christina. „Jupp hatte keine Kinder, der Hof war sein Kind. Sein Wunsch am Sterbebett war, dass es weitergeht.“
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