Pekka Pesonen, Generalsekretär der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA), beklagt angesichts der Einigung der Europäischen Kommission mit den Mercosur-Staaten auf ein assoziiertes Freihandelsabkommen das Fehlen von Standards in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Umwelt und Tierschutz in Südamerika. Dadurch seien die europäischen Landwirte massiv in ihrer Wettbewerbsfähigkeit benachteiligt, kritisiert der Finne. Sollte das Abkommen so in Kraft treten, sei zu befürchten, dass das europäische Agrarmodell der Familienbetriebe dem „Untergang geweiht“ sein werde. Er verweist darauf, dass in den vier Mercosur-Ländern – Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay – deutlich mehr Pflanzenschutzmittel als in der EU zugelassen seien. Zugleich könnten die Mercosur-Landwirte ihren bisherigen technischen Rückstand aufgrund der kommenden Zollbefreiungen schnell aufholen.
Im Hinblick auf die geplante präferierte Zollkontingentquote von 99 000 t Rindfleisch im Jahr sei darüber hinaus zu monieren, dass die dort für die Endmast verwendeten Feedlots nach hiesigen Standards sowohl aus Umwelt- als auch aus Tierwohlsicht nicht nachhaltig seien. Dazu komme, dass die Europäer rund die Hälfte ihres Rindfleisches aus Milchviehrassen erzeugten. In anderen Regionen der Welt würden entsprechende Bullenkälber aufgrund schlechterer Mastfähigkeit nach wenigen Tagen schlicht getötet, gibt Pesonen zu bedenken. Des Weiteren wirft der Generalsekretär der EU-Kommission mit Blick auf die vorgesehene zollfreie Zuckerquote von 190 000 t jährlich vor, die aktuell ohnehin schon dramatisch niedrigen Zuckerpreise noch weiter unter Druck zu setzen. Pesonen befürchtet, dass die großen globalen Player auf dem Zuckermarkt die sich ihnen bietende Situation „schamlos“ ausnutzen werden. AgE