Der aktuelle Seuchenzug der aviären Influenza in Deutschland ist so schlimm wie nie zuvor. Der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Friedrich-Otto Ripke, gab kürzlich in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) an, dass bundesweit seit Anfang November 2020 bereits rund 1,4 Mio. Tiere in Nutzgeflügelbeständen gekeult werden mussten, beim vorherigen Seuchenzug 2016/2017 waren es insgesamt 880 000 Stück gewesen. Besonders hart ist laut Ripke Niedersachsen mit Verlusten von rund 1 Mio. Tiere betroffen. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium gab am Monatg bekannt, dass über einen Geflügelhandel in Paderborn zwei weitere Geflügelpest-Ausbrüche in NRW im Kreis Warendorf und im Märkischen Kreis vom Friedrich-Löffler-Institut offiziell bestätigt wurden. Damit wurde die Geflügelpest zum ersten Mal nicht durch Wildvögel übertragen, sondern durch infizierte Tiere in andere Betriebe eingeschleppt. Der Aufzuchtbetrieb hatte etwa 150 weitere Legebetriebe mit Tieren beliefert, etwa in Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern. In etwa einem Drittel davon wurden jetzt Fälle der Vogelgrippe festgestellt. In NRW wurden bisher acht Fälle des Geflügelpestvirus H5N8 nachgewiesen und insgesamt fast 200 000 Tiere im Rahmen der Seuchenbekämpfung getötet. In den Regierungsbezirken Detmold, Arnsberg und Münster wurde eine Aufstallungspflicht angeordnet, um weiteren Übertragungen des Virus vorzubeugen. Trotzdem können Eier vorerst weiterhin als Produkte aus Freilandhaltung und Ökolandbau vermarktet werden.