11 700 – so viele Landwirte und Gärtner engagieren sich gemeinsam mit 160 Wasserversorgungsunternehmen in regionalen Wasserkooperationen in NRW. Seit über 30 Jahren existiert das Konzept und überzeugt nach wie vor durch einen gemeinschaftlichen und kooperativen Ansatz für mehr Gewässerschutz.
Wichtige Säule
„Das Kooperationsmodell hat sich zu einer wichtigen und wertvollen Säule im Trinkwasserschutz entwickelt. Der nordrhein-westfälische Weg mit Dialog und Kooperation führt zusammen und bündelt die Kräfte. Das ist auch zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels wichtig. Es freut mich, dass so viele Partner diesen Weg unterstützen. Das neue Programm verpflichtet alle Beteiligten, auch in Zukunft weiter intensiv an unserem gemeinsamen Ziel zu arbeiten, dass sauberes Wasser stets in ausreichender Menge und in hoher Qualität für Mensch und Natur verfügbar ist“, erklärte Ursula Heinen-Esser, Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, anlässlich der Unterzeichnung eines 12-Punkte-Programms, das den Weg in die Zukunft sichern soll (siehe Kasten). Anlässlich eines digitalen Festakts am vergangenen Montag kamen beteiligte Partner zusammen. Dass das Konzept der Kooperation Früchte trägt, zeigt auch eine Evaluierung, die in diesem Rahmen vorgestellt wurde. In Kooperationsgebieten konnte der Nährstoffeintrag in die Natur durch Beratung und Schutzmaßnahmen reduziert werden.
Erfolge sind sichtbar
Stellvertretend für die landwirtschaftlichen Verbände betonte der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Bernhard Conzen, die Bedeutung der Kooperationen: „Die Landwirtschaft stellt sich den aktuellen und künftigen Herausforderungen. Der Wille zum kooperativen Handeln ist ungebrochen. Die Trinkwasserschutz-Kooperationen sind ein Erfolgsmodell. Nach 30 Jahren ist es unser Ziel, dies noch ambitionierter fortzuschreiben.“
Auch Prof. Dr. Lothar Scheuer, der stellvertretend für die Verbände der Wasserversorgungswirtschaft sprach, ist sich sicher: „Das Kooperationsmodell ermöglicht maßgeschneiderte Maßnahmen, die an den Belangen und Herausforderungen vor Ort ansetzen – das hat sich bestens bewährt.“ Dass Kooperationsarbeit ein Entgegenkommen beider Parteien benötige, verdeutlichte zudem RLV-Ehrenpräsident Reiner Latten in einem zuvor aufgezeichneten Interview (siehe S. 18), das während der Veranstaltung eingespielt wurde. Er appellierte, nicht an den Landwirten vorbeizuarbeiten, sondern das faire und menschliche Miteinander beizubehalten. mk
12 Punkte für die Zukunft
Wir haben die Kernpunkte der Vereinbarung für Sie kurz zusammengefasst. Die gesamte Vereinbarung finden Sie unter www.wasserschutz-nrw.de.
1. Alle Beteiligten sind von der Notwendigkeit der Kooperation zum Schutz der Trinkwasserversorgung überzeugt und bereit, diese in NRW zu praktizieren und weiterzuentwickeln.
2. Die Kooperationen werden als sinnvoller und wirksamer Weg erachtet, die Gewässerschutzberatung zu organisieren und Anforderungen umzusetzen.
3. Die beteiligten Verbände unterstützen ihre Mitglieder organisatorisch und fachlich, das Land fördert die Kooperationsarbeit in rechtlicher, fachlicher und wissenschaftlicher Sicht und die Landwirtschaftskammer ist für Organisation und Beratung zuständig.
4. Zwischen den Partnern vor Ort findet ein gegenseitiger Daten- und Informationsaustausch statt.
5. Alle Beteiligten erklären ihre Bereitschaft, bei Bedarf Feldversuche und Untersuchungen im Rahmen von Demonstrationsvorhaben zu unterstützen.
6. Es besteht Übereinstimmung, in Arbeitsgemeinschaften für die Regionen zusammenzuarbeiten.
7. Die Beteiligten setzen sich für die regionale und thematische Vernetzung ein.
8. Landwirtschaftliche Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen jenseits allgemeingültiger fachrechtlicher Vorgaben können gezielt finanziell gefördert werden.
9. Zur Feststellung von Handlungsbedarf und zur Erfolgskontrolle führen die Beteiligten qualitätsgesicherte Boden- und Wasseruntersuchungen durch.
10. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Kooperationsaktivitäten werden in regelmäßigen Erfahrungsaustauschen auf Landesebene zusammengeführt.
11. Die Kooperationen sind gefordert, ihre Arbeit an die Effekte des Klimawandels anzupassen und weiterzuentwickeln.
12. Alle Beteiligten unterstützen die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort.
Das Video vom Gespräch unseres Chefredakteurs mit RLV-Ehrenpräsident Reiner Latten finden Sie hier.