Gemeinsam helfen

Foto: privat

Solidarität und Hilfsbereitschaft – wie diese Worte in der Praxis aussehen, das haben wir alle in den vergangenen zwei Wochen erlebt. „Ich hatte einfach das Bedürfnis, dort zu helfen“, blickt Landwirt Florian Westerhoff aus Bochum zurück. Nachdem seine Freunde von einem ersten Einsatz im Katastrophengebiet kurz nach dem Unglück zurückkehrten und von ihren Erlebnissen berichteten, zögerte der 22-Jährige nicht lange.

Alle helfen mit

Kurzerhand fanden sich einige Berufskollegen und Landwirtsfamilien aus der Region zusammen und sammelten auf ihren Betrieben erste Sachspenden (siehe LZ 30). „Wir haben das gemeinschaftlich angepackt und hatten glücklicherweise einen Kontakt vor Ort. Darüber konnten wir die Sachen direkt dorthin bringen, wo sie dringend gebraucht wurden“, erklärt Martin Siekerkotte. Zwei Landwirte organisierten beispielsweise Hilfe von örtlichen Bäckereien, die die Sachspenden um Backwaren ergänzten. „So konnten wir zwei gut gefüllte LKWs auf den Weg bringen“, freut sich Thomas Leuchten.

Den LKWs folgten einige Tage später weitere Hilfsgüter. „Uns erreichte ein Hilferuf aus der Nähe von Bad Münster­eifel, dass hier dringend Material für den Zaunbau benötigt wurde“, so Leuchten. Mit Spendengeldern bekamen sie diese schnell zusammen und stellten zwei Hänger zusammen, die ebenfalls in die Krisengebiete gebracht wurden.

Im Einsatz vor Ort

Doch auch vor Ort packten die Landwirte mit an. Westerhoff besorgte sich kurzerhand einen Hänger und machte sich mit Radlader und einigen Freunden im Gepäck auf den Weg Richtung Süden. „Man kann das gar nicht beschreiben, was man dort alles gesehen hat“, erinnert er sich. „Wenn man das Elend dort miterlebt, dann wird einem wirklich ganz anders. Die Zerstörung zu sehen und Menschen, die so viel verloren haben, das tut einem in der Seele weh.“

Drei Tage lang zogen sie Autos aus Gräben und arbeiteten gegen den Schlamm. „Schlafen wollten wir eigentlich im Auto, doch über Instagram schrieben uns Anwohner an, die uns über Nacht aufgenommen haben“, erzählt der Landwirt. Die Hilfsbereitschaft trotz aller Sorgen und Nöte sei enorm gewesen. Wenn die Arbeit auf dem heimischen Betrieb es zulasse, macht er sich vielleicht noch mal auf den Weg, um gemeinsam mit vielen anderen zu helfen und Hoffnung zu spenden.

mk