Getrennte Wege gehen, gemeinsam Eltern bleiben

Foto: Silke Bromm-Krieger

Wenn Vater und Mutter sich trennen, verändert sich einiges, auch für die Kinder. Sie brauchen in dieser Zeit besonders viel Nähe und Zuwendung, um den Übergang in den neuen Lebensabschnitt gut zu bewältigen. Dr. Jan Hendrik Puls ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und informiert darüber, wie Eltern eine Trennung konstruktiv und lösungsorientiert gestalten und wo hindernde Fallstricke lauern.

 

Anfang dieses Jahres sorgte der eskalierende Sorgerechtsstreit zwischen der Hamburger Steakhaus-Erbin Christina Block und ihrem Ex-Mann für Schlagzeilen. In der Silvesternacht wurden zwei der vier gemeinsamen Kinder, die beim Vater in Dänemark leben, entführt und zurück zur Mutter gebracht. Wenig später entschied das Oberlandesgericht Hamburg, dass die Kinder wieder an den Vater he­­rauszugeben seien, was auch geschah.

 

„Nicht nur in prominenten Familien eskalieren Sorgerechtstreitigkeiten“, weiß Dr. Jan Hendrik Puls. Er ist als Sachverständiger im Familien- und Strafrecht tätig und wird als „Gehilfe des Gerichts“ zum Beispiel dann berufen, wenn im Scheidungsverfahren bezüglich des zukünftigen Sorge- und Umgangsrechts eine Lösung gefunden werden muss. „Meine Aufgabe ist es, für das Gericht die Faktenlage darzulegen, die Beteiligten zu befragen und zu untersuchen und in einem schriftlichen Gutachten fachlich gut begründete Aussagen über die bestmöglichen Bedingungen für das Wohl des Kindes oder der Kinder zu treffen“, erklärt der Experte. Durch seine Tätigkeit begleitete er schon viele Familien in hoch strittigen Scheidungsprozessen, auch aus der Landwirtschaft.