Nutztiere verwerten auch nicht essbare Biomasse und machen die darin enthaltenen Nährstoffe damit erst für den Menschen nutzbar. Auf diesen, für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft entscheidenden Zusammenhang hat Prof. Wilhelm Windisch von der Technischen Universität (TU) München-Weihenstephan Mitte Januar bei einer digitalen Podiumsdiskussion im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture 2021 (GFFA) hingewiesen. „80 % der in der Landwirtschaft anfallenden Biomasse sind für Menschen nicht essbar, enthalten aber Stickstoff und Phosphor“, zitierte der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) vergangene Woche den Wissenschaftler. Um diese wertvollen Nährstoffe für den Pflanzenbau wiederverwerten zu können, sei die Verfütterung an Tiere und damit die Tierhaltung sinnvoll. Von den Tieren würden anschließend noch wertvolle tierische Lebensmittel gewonnen. Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Entwicklung nachhaltiger Lebensmittelproduktionssysteme durchaus herausfordernd sei. So stünden Tierarten mit hoher Effizienz und geringen Emissionsraten wie das Geflügel häufig durch die Fütterung mit essbarer Biomasse in direktem Nahrungswettbewerb zum Menschen. Der Tierernährungsexperte warnte laut DTV davor, künstliches Fleisch und Imitate von tierischen Lebensmitteln deshalb als bessere Alternativen anzusehen: „Das ist eine Sackgasse.“