Greenpeace-Aktivisten sind am Donnerstag vergangener Woche auf die Milchsilos des Hochwald-Werks in Mechernich-Obergartzem geklettert, um ein dreieckiges Banner in gelber Warnfarbe mit der Aufschrift „Achtung Tierleid“ anzubringen. Laut einer Pressemitteilung von Greenpeace sollte mit der Aktion darauf aufmerksam gemacht werden, „dass die Bärenmarke-Molkerei Hochwald Milch von Kühen verarbeitet, die unter Bedingungen gehalten werden, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen“. Das belege eine zeitgleich veröffentlichte Recherche der NGO. Damit bezieht sich Greenpeace auf die Anbindehaltung von Milchkühen. Nach eigenen Angaben wurden der Organisation Bilder und Videos von 23 Milchlieferanten der Molkerei zugespielt, die Tiere in Anbindehaltung zeigen. Trackingdaten würden belegen, dass die Milch dieser Höfe an die Bärenmarke-Werke im nordrhein-westfälischen Mechernich und im hessischen Hungen geliefert wird. Laut der Kölnischen Rundschau will Greenpeace keine rechtlichen Schritte gegen diese Höfe einleiten. „Wir wollen nicht die kleinen Landwirte angreifen. Es ist ein systematisches Problem, dass Molkereien ihnen zu wenig für die Milch zahlen“, erläuterte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Lasse van Aken. Trotzdem forderte er, dass Bärenmarke sofort aufhört, Milch von Kühen aus Anbindehaltung zu verarbeiten, da die Tiere eindeutig leiden würden.
Nach Angaben von Radio Euskirchen zog die Aktion von Greenpeace mehrere Platzverweise, mehrere Personen in Gewahrsam und zwei Anzeigen wegen Nötigung nach sich. Die Platzverweise erfolgten unter anderem, nachdem Aktivisten einen Milchlaster von Hochwald gekapert hatten. Insgesamt sei der Protest friedlich und gewaltfrei verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Am Samstag vergangener Woche folgte dann eine weitere Aktion: Greenpeace-Aktivisten kennzeichneten Bärenmarke-Milch in Supermärkten von 32 Städten mit Aufklebern, darunter in München, Köln und Dresden. Auf den gelben Stickern in Form eines dreieckigen Warnschildes stand „Achtung Tierleid!“. kj