Grethe warnt vor Fokussierung auf Ökolandbau

Foto: Agora Agrar

Vor einer politischen Fokussierung auf den ökologischen Landbau hat der Direktor von Agora Agrar, Prof. Harald Grethe, die Ampelkoalition gewarnt. Man dürfe bei der Suche nach Auswegen aus der Klima- und der Biodiversitätskrise nicht ausschließlich auf den Ökolandbau schauen, sagte der Berliner Agrar-ökonom bei einer Veranstaltung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vergangene Woche. Zwar handele es sich beim Ökolandbau um ein funktionierendes System mit vielen Stärken. Die erhebliche Ertragslücke im Vergleich zu konventionellen Landbau stelle jedoch ein gravierendes und ungelöstes Problem dar. „Der Ökolandbau ist ebenso wie der konventionelle Landbau nicht der Maßstab für eine nachhaltige Landwirtschaft“, stellte Grethe fest. Ziel müsse es daher sein, den Ökolandbau weiterzuentwickeln und zugleich die konventionelle Bewirtschaftung nachhaltiger zu gestalten: „Wir brauchen eine insgesamt nachhaltigere Landwirtschaft“ betonte der Wissenschaftler. Grethe nannte drei wesentliche Bereiche, in denen die Landwirtschaft Beiträge zur Lösung der Klimakrise leisten könne: eine Moorschutzstrategie, die Reduzierung des Konsums tierischer Erzeugnisse und die Verminderung der Stickstoffausträge. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“, so der Direktor des Agora-Think Tanks. Für alle genannten Bereiche lägen tragfähige Konzepte vor. Leider gelinge es der Ampelkoalition nicht, „politische Mehrheiten zu bilden, um das Notwendige zu tun.“