Die Einführung eines mehrstufigen Tierwohllabels in Dänemark hat auch in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Der Agrarsprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff, warf Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vergangene Woche mit Blick auf das dänische Beispiel vor, notwendige Entwicklungen beim Tierwohl zu verhindern, während andere EU-Staaten vorpreschten. Dabei sei ein Tierwohllabel nach dem Vorbild Dänemarks nicht schwer einzuführen und entspreche der Systematik der Eierkennzeichnung. Eine ähnliche Position nimmt auch der agrar- und verbraucherschutzpolitische Sprecher der schleswig-holsteinischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß, ein. Er verwies auf Umfragen, die zeigten, dass auch die deutschen Verbraucher für Produkte mehr zahlen würden, die verbindlich und entsprechend gekennzeichnet zur Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung beitrügen. Die Landwirte hätten damit die Chance auf eine höhere Wertschöpfung und die Möglichkeit zum Einstieg in eine tiergerechtere Haltungsform, betonte Voß.