Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Gülle ist „in aller Nase“. Wenn der Boden befahrbar ist, bringen die Landwirte in den nächsten Wochen den wertvollen Wirtschaftsdünger aufs Feld, damit die Pflanzen im Frühjahr gut wachsen. Dem Verbraucher stinkt das natürlich. Dass Gülle trotzdem sehr wichtig ist, erklärten die rheinischen Bauern mit den neuen „Wir machen Mief“-Plakaten in einer Pressekonferenz (siehe S. 10).
Unterdessen wird auf Bundesebene über die geplante Novelle der Düngeverordnung gestritten (siehe S. 7). Der Wissenschaftliche Beirat sieht den Regierungsentwurf als nicht streng genug an. Nicht nachvollziehbar ist die Einschätzung der Wissenschaftler, dass die Übergangsfristen für neue technische Vorgaben zu lang ausgestaltet sind. Gerade bei den aktuellen miesen Preisen in der Tierhaltung könnte sich dies zum Treiber des Strukturwandels entwickeln. Wer soll das bezahlen, werden sich viele Bauern fragen. Bereits seit Jahren hat der RLV die Förderung der neuen Gülle-Ausbringungstechnik gefordert – mit Erfolg. Das NRW-Landwirtschaftsministerium fördert die Anschaffung moderner Injektionstechnik, Schleppschläuche oder andere emissionsmindernde Technik.
Während die einen sich noch streiten, wie die Düngeverordnung genau aussehen soll, wird in der Praxis längst nach Lösungen gesucht. Ab S. 18 lesen Sie mehr dazu. Aber eigentlich wäre es jetzt am wichtigsten, die neue Düngeverordnung schnell auf den Weg zu bringen. Eine weitere Verzögerung der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern erhöht das Risiko enorm, dass die EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof klagt. Stattdessen müssen nunmehr die Verhandlungen zum Abschluss kommen, meint
Ihre LZ-Redaktion
Andrea Bahrenberg