„Gute Arbeit hat einen Wert“

Foto: Bernd Thissen für Staatskanzlei NRW

Erntedankempfang der Landesregierung in Oelde

 

„Wir brauchen eine klare Zukunftsperspektive für die Landwirtschaft in Deutschland und auch in Nordrhein-Westfalen“ – das sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst beim Erntedankempfang der Landesregierung auf Haus Geist bei Oelde am vergangenen Freitag. Er zeigte sich überzeugt, dass „die Menschen in unserem Land wollen, dass Lebensmittel auch in 10 und 20 Jahren noch hier produziert werden“. Gleichzeitig sieht Wüst aber genug Herausforderungen, die die Betriebe belasten: Produktionskosten, internationaler Wettbewerb, wachsende gesellschaftliche Erwartungen an Nachhaltigkeit, Tierwohl sowie überbordende Bürokratie. Landwirte seien bereit, sich zu verändern. Dabei müsse man sie aber „ein Stück unterstützen und Sicherheit geben“.

 

Erntedank sei eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern, dass gute Lebensmittel und gute Arbeit einen Wert haben. Dieser Wert müsse sich allerdings „am Ende des Tages auch in einem auskömmlichen Preis“ ausdrücken. Darüber hinaus würden die Familien aus der Landwirtschaft einen großen Beitrag zum Zusammenhalt in den ländlichen Regionen leisten. Als Beispiele führte Wüst an, dass kaum ein Schützenfest, kaum ein Dorffest stattfindet, wo nicht irgendwann einer sagt: „Wir brauchen jetzt mal einen großen Schlepper.“

 

Mit Blick auf gesellschaftliche Anforderungen, etwa Tierwohl, warnte Wüst davor, dass es zu Verlagerungen der Tierhaltung kommen könnte. Deswegen seien finanzielle Mittel nötig und langfristige, verbindliche Finanzierungskonzepte. Auch Pflanzenschutz werde in der Gesellschaft kritisch gesehen. „Ganz ohne wird es aber nicht gehen“, bekannte Wüst. Er bekannte sich im Weiteren zu dem in NRW „bewährten Rezept des kooperativen Naturschutzes“.

 

Auch Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen widmete einen Teil ihres Grußwortes dem Pflanzenschutz. Im Rahmen des Klimawandels habe man es mit neuen Krankheiten und Schädlingen zu tun. Das stelle die Landwirtschaft vor große Herausforderungen . Das gehe zudem „ein bisschen schneller, als wir es sowieso erwartet hatten“. Im Pflanzenschutz gebe es so noch Nachholbedarf. In den vergangenen Jahren sei in Sachen neue Wirkstoffe und deren Zulassung zu wenig passiert.

 

ds