Gute Ernte eingefahren

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Gut, ja sehr gut gelaufen ist die diesjährige Getreideernte in NRW. Trotz des überdurchschnittlich heißen und trockenen Sommers und der fehlenden Niederschläge konnten die Landwirte gute Erträge beim Getreide erzielen. „Die Landwirtinnen und Landwirte in NRW haben eine wirklich gute Ernte eingefahren“, betonte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen am Montag dieser Woche in Düsseldorf bei der Präsentation der vorläufigen Erntebilanz 2022 vor der Presse. In diesem Jahr seien in NRW bislang insgesamt 3,93 Mio. t Getreide geerntet worden. Das seien rund 11 % mehr als noch im vergangenen Jahr. „Allein 2,15 Mio. t davon sind Weizen. Hier fällt der Anstieg mit 17,5 % im Vergleich zum Vorjahr noch deutlicher aus“, betonte die Ministerin. Das sei außerdem der höchste Ertrag einer Weizenernte seit 2016.

Hauptgrund für die recht gute Ernte seien die nahezu optimalen Bedingungen im vergangenen Jahr und in diesem Frühjahr gewesen, erläuterte die Ministerin weiter und fügte hinzu: „Die Versorgung mit Brot und Futtergetreide ist aufgrund der insgesamt verfügbaren Menge gesichert.“

„Bei allen Getreidearten wurde der langjährige Durchschnittsertrag erreicht oder sogar deutlich überboten“, betonte Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW. Nach den letzten trockenen Wochen hätte damit wohl keiner gerechnet. „Uns haben die Ernteergebnisse wirklich überrascht“, so Werring.

Die Ministerin und auch der Kammerpräsident wiesen jedoch da­­rauf hin, dass die anhaltende Hitze und Trockenheit derzeit die Aussichten für die Ernte von Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben trübten. Diese Kulturen bräuchten jetzt dringend Regen. Auch das Grünland leide stark unter der aktuellen Trockenheit und Hitze. Im Spätsommer sei hier das Pflanzenwachstum fast im ganzen Land zum Stillstand gekommen, betonten Gorißen und Werring vor der Presse.

Aber nicht nur das Wetter ist für die Landwirte eine Herausforderung, sondern auch die Folgen des Ukrainekriegs. Hierzu gehörten die explodierenden Energiekosten sowie die rapide steigenden Düngemittelpreise, betonte Gorißen. Das Landwirtschaftsministerium werde sich weiterhin für mehr Planungssicherheit für die Bäuerinnen und Bauern einsetzen, versprach die Ministerin. Hierzu gehöre unter anderem auch die Landesförderung für Investitionen an Höfen in die Infrastruktur zur Bewässerung. So solle die Wasserversorgung in der Landwirtschaft verbessert werden. Außerdem werde die Landesregierung den Ausbau der Digitalisierung in der Landwirtschaft stärken. „Digitale Technologien helfen beim Klimaschutz. Wirkstoffe können präziser ausgebracht werden und sensible Gebiete in der Landwirtschaft werden besser geschützt“, betonte die Ministerin. el

Mehr zu den Ernteergebnissen erfahren Sie in LZ 34-2022 ab S. 18.