Seit mehr als 25 Jahren arbeiten Landwirte und Gärtner aus dem Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Mönchengladbach in einer Wasserschutzkooperation zusammen. Vorrangiges Ziel der Zusammenarbeit ist der Schutz des Grundwassers und der Brunnenstandorte, um insbesondere die strengen Richtlinien der EU bezüglich Nitratkonzentration einzuhalten. Eine besondere Maßnahme der Wasserschutzkooperation ist die Extensivierung, die im Jahr 2017 zwischen dem Landwirt Josef Berrisch aus Kaarst und den Stadtwerken Neuss Energie und Wasser GmbH im Wasserschutzgebiet Broichhof in Neuss abgeschlossen wurde.
Berrisch bewirtschaftet in direkter Brunnennähe eine landwirtschaftliche Fläche mit Getreide, Zuckerrüben und Kartoffeln. Diese hat er seit 2017 für die Stadtwerke Neuss mit Ackergras extensiviert. Extensivierung bedeutet hier eine auf ein Minimum reduzierte Aufwendung an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bei gleichzeitig reduzierter Nutzung. Den entgangenen Verlust bekommt er von den Stadtwerken Neuss erstattet. Gemeinsam wurde mit den beiden Wasserschutzberatern Martin Guttau und Jan Gruber überlegt, wie sichergestellt werden kann, dass die Fläche weiterhin den Ackerstatus behält, und wie gleichzeitig eine ackerbauliche Nutzung, also ohne den Anbau von Grünfutterpflanzen, aussehen könnte. Mit dem Landwirt wurde entschieden, die Fläche mit einer besonders artenreichen einjährigen Blühmischung mit hohem Wert für nektarsammelnde Insekten, Honigbienen und Niederwild (Hasen, Kaninchen, usw.) einzusäen. Somit werden hier erfolgreich Wasserschutz und Naturschutz in Einklang gebracht. Diese Mischung bleibt bis zum nächsten Frühjahr auf der Fläche und hat eine hohe Bedeutung für den Wasser- und Naturschutz.
Auch Kreislandwirtin Dr. Juliane Wahode und Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach, begrüßen die Alternative: „Trotz der bürokratischen Vorschriften ist es hier gelungen, eine für die Öffentlichkeit attraktive bunte Begrünung zu finden, die die Ziele des Gewässerschutzes, Naturschutzes und Vorschriften der EU erfüllt.“
Jan Gruber