„Guter Erhaltungszustand“ gemeldet

Foto: imago/imagebroker

Methodik zur Bewertung des Erhaltungszustands des Wolfs wird überarbeitet

 

Deutschland hat am Donnerstag vergangener Woche erstmals einen „guten Erhaltungszustand“ des Wolfs an die EU-Kommission gemeldet. Das haben die Bundesministerien für Landwirtschaft und Umwelt bestätigt. Die Bewertung bezieht sich demnach auf die sogenannte atlantische biogeografische Region. In dieser habe sich die Wolfspopulation in den letzten Jahren deutlich positiv entwickelt. Bei der Bewertung des Erhaltungszustands in der kontinentalen biogeografischen Region seien die beiden Ministerien und die Bundesländer übereingekommen, zunächst die Bewertung „unbekannt“ zu übermitteln, heißt es in der Mitteilung. Diese Vorgehensweise sei der besonderen Dynamik der positiven Entwicklung des Wolfs in Deutschland und den geografischen Besonderheiten innerhalb der kontinentalen Region geschuldet. Geplant sei, die Meldegrundlagen zu überarbeiten. Auf dieser Basis erfolge dann noch in diesem Jahr die Übersendung einer fachlich basierten Bewertung für den Wolf in der kontinentalen Region an die EU-Kommission. In der alpinen biogeografischen Region wird der Erhaltungszustand des Wolfs nicht bewertet.

 

Die atlantische biogeografische Region umfasst laut Informationen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) das nordwestdeutsche Tiefland, außerdem das Einzugsgebiet der Ems sowie das Niederrheinische Tiefland. Höhere Lagen sowie Mittelgebirge werden der kontinentalen Region zugerechnet, die auch sämtliche Gebiete an der Ostseeküste und ganz Ostdeutschland beinhaltet. Die alpine Region ist in Deutschland auf größere Höhenlagen im äußersten Süden an der Grenze zu Österreich beschränkt.

 

Für die aktuelle Meldung des Erhaltungszustands des Wolfs nach Brüssel hat es für die Bundesregierung Kritik vonseiten der Verbände gehagelt. Weidetierhalter und Jäger bemängelten ein zu zögerliches Vorgehen. Der günstige Erhaltungszustand hätte für ganz Deutschland gemeldet werden müssen. So ist für den Deutschen Bauernverband (DBV) nicht nachvollziehbar, dass gerade in der kontinentalen Region, zu der mit Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Gebiete mit dem deutschlandweit höchsten Wolfsbestand und einer im internationalen Vergleich extrem hohen Wolfsdichte zählten, ein günstiger Erhaltungszustand noch nicht erreicht sein soll. Umweltschützer forderten hingegen die Meldung eines bundesweit ungünstigen Zustands. Die EU-Vorgaben ließen nichts anderes zu.

 

AgE