Hand in Hand erzeugen und vermarkten

Foto: Meike Siebel

Auf dem Bio-Betrieb der Familie Neitzert im Westerwald läuft vieles ein wenig anders als auf anderen Bio-Betrieben. Das ist vor allem dem Ideenreichtum von Betriebsleiter Philipp Neitzert zu verdanken, der stets auf der Suche nach Nischen und Alleinstellungsmerkmalen ist, mit denen er seinen Bio-Hof charakteristisch – eben anders – gestalten kann.

2016 hat der damals 20-Jährige den Hof von seinem Vater übernommen und direkt auf „Bio“ umgestellt. „Dass ich so früh Betriebsleiter geworden bin, war so nicht geplant. Mein Vater ist schwer erkrankt, konnte nicht mehr auf dem Hof arbeiten und so bin ich quasi ins kalte Wasser gesprungen“, berichtet Philipp Neitzert von seinem Schnellstart als Landwirt. Den Hof in Rodenbach bei Puderbach, Ortsteil Neitzert, gibt es schon seit sieben Generationen. Bemerkenswert ist, dass keiner der Betriebsleiter in der langen Familientradition Landwirt war, sondern der Betrieb stets im Nebenerwerb geführt wurde. „Alle haben einen vernünftigen Beruf gelernt, auch ich“, lacht der bald 27-jährige Hofnachfolger, der eigentlich Zerspanungsmechaniker ist und als solcher bis 2021 auch gearbeitet hat. Vater Markus Neitzert war der Erste und bislang Einzige in der Familie, der den Betrieb ab 1990 im Vollerwerb als klassischen Gemischtbetrieb mit Milchvieh, Fleischrindern, Ackerbau und einer sehr komfortablen Flächenausstattung von mehr als 300 ha bewirtschaftet hat. 2006 ist die letzte Kuh gemolken worden, danach lag der Schwerpunkt auf dem Ackerbau und der Haltung einer Limousin-Herde.

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