Die Freude und Zufriedenheit über den gelungenen Projektstart war bei allen Beteiligten beim Pressetermin am Dienstag vergangener Woche auf dem Acker bei Wesel-Ginderich zu spüren. Voller Stolz präsentierten Landrat Dr. Ansgar Müller und Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, was sich seit ihrer Vertragsunterzeichnung im Januar dieses Jahres auf einer der beteiligten Flächen getan hat. Bunt blühende heimische Wildblumen, Kräuter und Gräser hatten sich auf dem 600 m langen und 6 m breiten Blühstreifen der Landwirtsfamilie Verweyen-Thenagels trotz der widrigen Witterungsumstände gut entwickelt. Profiteure des mehrjährigen Blühstreifens sind nicht nur Insekten wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge, sondern auch Arthropoden, Vögel und das Niederwild.
Insgesamt wurden seit der Vertragsunterzeichnung von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Zusammenarbeit mit 23 Flächenbewirtschaftern Blühstreifen auf einer Gesamtfläche von 16,4 ha im Kreis Wesel angelegt, berichtete Friedhelm Decker. Für das kommende Jahr sei eine Erweiterung auf 35 Teilnehmer und somit auf 23 ha geplant. „Im Sinne eines kooperativen Naturschutzes legen wir Wert darauf, dass die geförderte Maßnahme sowohl einen ökologischen Mehrwert für bestäubende Insekten aufweist als auch in die Abläufe der landwirtschaftlichen Betriebe integrierbar ist“, erläuterte Decker die Arbeitsweise der Stiftung. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Blühstreifenprojekt gemeinsam mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft der Landwirtschaft im Kreis Wesel ein unbürokratisches und attraktives Instrument zur Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen für die Insektenförderung an die Hand geben konnten“, betonte der Landrat. Der Kreis Wesel finanziert das Projekt durch Ersatzgelder, die ausschließlich für Maßnahmen zur Entwicklung der Landschaft zur Verfügung stehen.
Anlässlich des Treffens unterzeichneten Dr. Ansgar Müller und Friedhelm Decker auch gemeinsam mit Alfred Nimphius, dem Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Wesel, eine Vereinbarung zur Verbesserung der Lebenssituation von Niederwild und Insekten im Kreis Wesel. Das vereinbarte Maßnahmenpaket ist mehrjährig angelegt und umfasst eine Kombination verschiedener Vorhaben, wie die Anlage von Saumstreifen, Wildäckern, Hecken sowie Aussparungen bei der Mahd. In Kooperation mit reviervertrauten Jägern, naturverbundenen Flächeneigentümern und ortsansässigen Landwirten soll dem Rückgang von Niederwildarten wie Rebhuhn, Fasan und Feldhase entgegengewirkt werden. Auch dieses Projekt wird vom Kreis Wesel aus Ersatzgeldern finanziert. as