Haus von EU-Agrarpolitiker durchsucht

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Die Korruptionsermittlungen der belgischen Staatsanwaltschaft gegenüber Mitgliedern des Europaparlaments in Verbindung mit dem Golfstaat Katar ziehen weitere Kreise. Am Wochenende wurde das Haus des belgischen Europaabgeordneten Marc Tarabella durchsucht. Der 59-jährige Sozialist ist Vollmitglied im EU-Landwirtschaftsausschuss. Zudem ist er unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Delegation für die arabische Halbinsel, zu der auch der Golfstaat Katar gehört. Ob die Durchsuchungen mit dieser Position in Verbindung stehen, ist noch unklar.

Tarabella selbst erklärte gegenüber der belgischen Tageszeitung „Le Soir“, dass er nichts zu verbergen habe und die Ermittlungen der Behörden unterstütze. Eine Anfrage von Agra-Europe ließ der EU-Agrarpolitiker bislang unbeantwortet. Weiteren Medienberichten zufolge soll seine Partei ihn bereits vor ein parteiinternes Gremium bestellt haben. Ob der Abgeordnete als Beschuldigter oder Verdächtiger geführt wird, ist dabei offen.

Am Freitag vergangener Woche hatten belgische Polizisten eine Reihe von Personen mit Verbindungen zum Europaparlament festgenommen. Am Montag dieser Woche beantragte die Brüsseler Staatsanwaltschaft dann Haftbefehle gegen sechs am Freitag festgenommene Personen, darunter die bisherige stellvertretende Parlamentspräsidentin Eva Kaili. Der griechischen Sozialistin wird eine führende Rolle in dem Skandal um Korruption, Schmiergeld und Geldwäsche zugesprochen.

Weitere aktive Abgeordnete gehören dem Vernehmen nach noch nicht zu den Inhaftierten. Allerdings scheinen alle Beteiligten der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) anzugehören und sollen vorwiegend aus Italien stammen, unter ihnen der ehemalige EU-Parlamentarier Pier Antonio Panzeri. Er sitzt – wie Kaili – ebenfalls in Haft. Bei ihren Untersuchungen sollen die Ermittler insgesamt rund 600 000 € an Bargeld sichergestellt haben.