Immer mehr Pferdebesitzer reichen Heuproben bei der LUFA NRW ein. Die wachsende Sensibilität für eine ausgewogene Ernährung ihrer Tiere und die Sorge vor Erkrankungen treiben diesen Trend auch in Zukunft voran. Doch was wird im Heu untersucht und welche Maßnahmen können Pferdebesitzer ergreifen, um die Qualität zu sichern? Saskia Wietmann, Landwirtschaftskammer NRW, gibt einen Überblick.
Heu ist ein sehr heterogenes Futtermittel: Bei großen Betrieben, die Raufutter zukaufen, kann es aus verschiedenen Regionen stammen. Hinzu kommen unterschiedliche Zusammensetzungen oder Schnittzeitpunkte. Gleichzeitig macht es aber den Hauptbestandteil in der Pferdefütterung aus, wodurch die Nährstoffanalysen der LUFA NRW bei den Pferdehaltern in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus gerückt sind.
Warum analysieren?
Die häufigsten Analysen an Heuproben sind mikrobiologische Untersuchungen. Aber auch der Gehalt an Nähr- und Mineralstoffen interessiert die Pferdebesitzer für das Gestalten der Ration oder zum Abklären von Mangelerscheinungen. Zudem gibt es bei Verdacht auf Giftpflanzen und Vorratsschädlinge spezielle Tests.
Pferde sind anfällig für Stoffwechsel- und Lungenerkrankungen und die Tierarztkosten sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Mit der Analyse möchten Pferdebesitzer sicherstellen, dass sie schlechtes Futter als Krankheitsursache ausschließen können.
„Auch das Bewusstsein für ein gutes Weidemanagement als Grundlage für qualitativ hochwertiges Heu oder Frischgras steigt. Dadurch hat die Anzahl der Bodenproben von Weideflächen in der LUFA NRW zugenommen“, erklärt Tobias Kleimann von der Landwirtschaftskammer NRW.
Die vergangenen zwei Jahre waren geprägt durch sehr hohe Zucker- und Fruktangehalte im Heu, was zu Stoffwechselproblemen oder Hufrehe bei Pferden führen kann. Im Jahr 2022 lag der Durchschnittszuckergehalt bei 13,8 % und der Fruktangehalt bei 6 % in der Trockensubstanz (TS). 2023 belief sich der Zuckergehalt auf 14,1 % und der Fruktangehalt auf 5,6 %. Normalerweise betragen diese Werte 10 % für Zucker und 5 % für Fruktan. Durch die Restriktionen bei der Düngung, insbesondere in den roten Gebieten, erhalten die Pflanzen außerdem zum Teil erheblich weniger Stickstoff. Das wirkt sich negativ auf den Rohproteingehalt des Heus aus.
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