„Das Wasser stand kniehoch und hat unseren Zaun weggerissen“, berichtet Merle Müller. Das Obstgut Morsbroich von Rolf und Merle Müller in Leverkusen wurde nach den starken Regenfällen in der vorletzten Woche vom Hochwasser überschwemmt. Familie Müller baut dort auf etwa 8 ha Kern- und Steinobst an, unter anderem Äpfel, Pflaumen, Quitten und Mirabellen. Außerdem haben sie Kürbisse, Rhabarber und Blühwiesen angepflanzt. Das Gut liegt nahe der Dhünn. Sie ist über die Ufer getreten und hat etwa 4 ha der Obstplantage geflutet. Außerdem ist ein großer Baum umgestürzt und hat mehrere Aprikosenbäume unter sich begraben. Auch die Gebäude sind nicht verschont geblieben. Das Wasser der Dhünn ist in den Lagerkeller von Gut Morsbroich eingedrungen. Dort waren vor allem Obstkisten eingelagert, die entsorgt werden mussten.
Der Rheinische Landwirtschafts-Verband hat am Wochenende nach dem Starkregen Helfer an Familie Müller vermittelt, die am Montag vergangener Woche anrückten. Sie haben Zäune gebaut, den Keller leer gepumpt und den umgestürzten Baum klein gesägt. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe! Das war ganz toll und hat uns ein paar Sorgen genommen“, sagt Merle Müller über die Hilfsaktion.
Eine Woche nach dem Starkregen ist das Wasser auf der Plantage versickert, allerdings ist überall eine dünne Lehmschicht zurückgeblieben. Die Müllers hoffen, dass die Obstbäume keinen größeren Schaden genommen haben. Die ersten Äpfel sind schon reif, können aber möglicherweise nicht geerntet werden, weil die Flächen nicht befahrbar sind. Die Kürbisse standen teilweise komplett unter Wasser oder wurden abgerissen und weggespült. In einem Kellerraum läuft immer noch die Pumpe, da weiterhin Wasser nachkommt. „Das gesamte Gebäude ist etwa 50 m lang und wir haben gar nicht genug Trockner für alle Räume“, erläutert Merle Müller. Doch selbst wenn die Räume trockengelegt sind, bleibt immer noch eine Schlammschicht zurück. Dieser Belag ist nur schwer zu entfernen und muss abgeschrubbt werden. Auch im Hofladen von Gut Morsbroich standen etwa 5 cm Wasser, daher blieb er die ersten beiden Tage nach dem Hochwasser geschlossen. Glücklicherweise konnten die Mitarbeiter der Müllers das Wasser schnell aus dem Laden entfernen. So hat sich dort immerhin keine Lehmschicht gebildet. Familie Müller waren gegen ein solches Ereignis nicht versichert. Wie hoch der entstandene Schaden ist, können sie noch nicht abschätzen.
kj