Faire Milchpreise als Basis für mehr Tierschutz in der Milchproduktion hat die Bundestierärztekammer (btk) im Vorfeld des Weltmilchtages gefordert, der am Mittwoch begangen wurde. Weil Milch derzeit immer mehr zum Billigprodukt werde, fehle den Höfen oft das Geld für nötige Tierschutzinvestitionen. Ferner beobachteten die Tierärzte mit Sorge, dass zum Ausgleich von Einkommensverlusten die Milchleistung pro Kuh immer weiter gesteigert werde. „Eine Milchmädchenrechnung, denn die Zucht auf Hochleistung führt auch zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit und einer verkürzten Lebens- und damit Nutzungsdauer“, erklärte btk-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Tiere dürften nicht auf ihren kommerziellen Nutzwert reduziert und die Milchleistungssteigerung ins Unendliche getrieben werden. Deshalb habe die Delegiertenversammlung der btk im April eine Resolution zur rechtlichen Regelung der Nutztierzucht verabschiedet. Darin heißt es, das die bisherige Berücksichtigung der Tiergesundheit bei der Zucht auf Leistungsfähigkeit, wie im Tierzuchtgesetz verankert, nicht ausreiche, um auftretende Tierschutzprobleme zu beseitigen. Per Rechtsverordnung müssten daher erblich bedingte Krankheitsrisiken in der Nutztierzucht näher bestimmt und dann die Zucht mit bestimmten Rassen oder Linien beschränkt oder verboten werden, wenn dies zu Verstößen gegen das Tierschutzgesetz führe. Als wichtig beurteilte die btk jetzt außerdem die Information der Verbraucher über tierschutzgerechte Haltungsformen. „Ein einheitliches Label für solche Produkte ist überfällig“, betonte Tiedemann.