Höherer Milchpreis erst ab Sommer

Foto: Dr. Elisabeth Legge

LV Milch NRW lud zur Jahrespressekonferenz nach Krefeld ein

 

Der Rückblick fiel gut aus, der Ausblick dagegen weniger. So lässt sich die Situation auf dem Milchmarkt NRW beschreiben, die auf der Jahrespressekonferenz der Landesvereinigung Milch NRW (LV Milch NRW) am Dienstag vergangener Woche in Krefeld präsentiert wurde. Während der Milchpreis in NRW im Januar vergangenen Jahres noch bei 52,52 ct/kg (für Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) lag, fällt er im Januar dieses Jahres 12 bis 16 ct niedriger aus. „Das ist der niedrigste Wert zum Jahreswechsel seit sieben Jahren.  Der Druck auf den Milchmarkt war bereits im Herbst absehbar, aber nicht in dieser Dramatik“, stellte Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der LV Milch NRW ,fest.

 

Zweithöchster Milchpreis in NRW

 

Lange Zeit sah es auf dem Milchmarkt gut aus. Bis in den Sommer hinein wurden im vergangenen Jahr deutschlandweit hohe Erzeugerpreise ausgezahlt. In NRW lag der Preis im Zeitraum Januar bis Oktober bei durchschnittlich 52,20 ct/kg Milch und damit 16,3 % über dem Vorjahreswert. „Das war sogar der zweithöchste Milchpreis, der jemals in NRW ausgezahlt wurde“, erläuterte Schmidt. Der Preis für Biomilch betrug im selben Zeitraum 62,43 ct/kg und somit ergab sich ein Plus von 15,5 % gegenüber dem Vorjahr. Was die Kuhzahlen anbelangt, konnte NRW im vergangenen Jahr ebenfalls zulegen. Erstmals seit 2015 stieg die Zahl der Milchkühe wieder um 2,2 % an. Einen neuen Rekord gab es bei der Bestandsgröße: Die durchschnittliche Bestandsgröße betrug 83 Tiere. Die Zahl der Milchviehbetriebe ging im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 % weiter zurück auf 4 413, aber die Abnahmerate verringerte sich. „Der hohe Milchpreis hat den Rückgang der Betriebe etwas begrenzt und den Kuhbestand leicht anwachsen lassen. Die Betriebe haben die Kühe behalten und gemolken“, so der Geschäftsführer.

 

In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres hat sich nun die Situation auf dem Milchmarkt gedreht. Nach Angaben der LV Milch NRW war die Milchanlieferung in NRW 7 bis 8 % größer im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kommt, dass sich durch den Ausbruch der Blauzungenkrankheit 2024 die Milchanlieferungskurve verschoben hat. Für das gesamte Jahr 2025 ist in NRW von einer leicht höheren Milcherzeugung als 2024 auszugehen. Eine hohe Milchanlieferung gibt es nicht nur in NRW, sondern auch deutschland-, europa- und weltweit. Das erhöhte Angebot stoße auf eine stagnierende Nachfrage, so Schmidt. Derzeit gebe es mehr Milch auf dem Markt im Vergleich zum Jahresbeginn 2025. Erschwerend für den Markt kämen noch die deutlich höheren Inhaltsstoffe der Milch hinzu.

 

el