Die Land- und Forstwirtschaftliche Arbeitgebervereinigung des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) fordert SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen dazu auf, bei den beginnenden Koalitionsverhandlungen von der bereits angekündigten Erhöhung des Mindestlohnes auf 12 € je Stunde abzusehen. Diese angestrebte Erhöhung hätte gravierende Auswirkungen, insbesondere auf den Obst- und Gemüsebau im Rheinland, in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland. Schon jetzt müssen sich gerade die Obst- und Gemüseerzeuger starker Konkurrenz aus Billiglohnländern erwehren, heißt es in einer Mitteilung. Insbesondere Kulturen, die nur von Hand geerntet werden können, stünden bereits unter enormem Druck. Sie könnten bei fortschreitenden Lohnkostensteigerungen künftig nicht mehr in der Region angebaut werden. Die Folge sei, dass der regionale Obst- und Gemüseanbau auf Dauer vor dem Aus steht und Importe aus Nordafrika, Südeuropa und Südamerika heimische Erzeugnisse verdrängen. Damit verbunden ist laut RLV eine Erhöhung der CO2 Belastung durch längere Transportwege und eine noch größere Abhängigkeit von Importen aus Ländern, in denen schlechtere Sozial- und Umweltstandards als in Deutschland gelten. Will daher eine neue Bundesregierung aus SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen die nachhaltige regionale und damit auch klimafreundliche Erzeugung von Lebensmitteln stärken, würde das eine parallele Anhebung des Mindestlohns auf 12 € je Stunde ausschließen, stellt der RLV fest.