Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 129 600 t Spargel geerntet, was im Vergleich zum Vorjahr (127 000 t) eine leichte Steigerung ist, die vor allem auf das sehr warme Frühjahr zurückzuführen ist. In Nordrhein-Westfalen wurden gut 21 300 t geerntet, damit ist die Menge der Vorjahre erreicht. Mit einer Anbaufläche von insgesamt 23 100 ha, davon rund 4 000 ha mit rund 360 Betrieben in NRW, bleibt Spargel mit einem flächenmäßigen Anteil von knapp einem Viertel mit Abstand das wichtigste Gemüse im deutschen Freilandanbau.
Besonderes Kennzeichen des Spargelanbaus in Deutschland ist der extrem hohe Selbstversorgungsgrad: Laut Statistischem Bundesamt kommen 87 % des in Deutschland verkauften Spargels aus dem Land selbst. Damit ist der Selbstversorgungsgrad des Edelgemüses doppelt so hoch wie bei anderen Gemüsearten. 70 % des in NRW geernteten Spargels werden laut Landwirtschaftskammer NRW von den Erzeugern selbst auf den Höfen oder über eigene Verkaufsstände vermarktet – frischer Spargel aus der Region ist für viele Verbraucher ein Stück Lebensqualität. Dieser Vermarktungsweg ist bei Spargel etwas Besonderes, keine andere Gemüseart wird in Deutschland so intensiv von den Erzeugern selbst vermarktet. Der weiße Bleichspargel steht mit 88 % Marktanteil in der Gunst der deutschen Gourmets nach wie vor an erster Stelle, danach folgt der Grünspargel. Dieser ist vor allem bei jungen Käufern beliebt.
Das Ranking der Bundesländer nach Fläche hat sich in den letzten Jahren kaum verändert: Niedersachsen führt mit 5 100 ha, es folgen Brandenburg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils rund 4 000 ha. Bei den Erntemengen spielen diese Bundesländer ebenfalls die wichtigste Rolle: Niedersachsen führt die Liste mit 26 500 t an, danach folgt Brandenburg mit 22 200 t. Bayern (21 800 t) und Nordrhein-Westfalen (21 300 t) belegen die weiteren Plätze. Birgit Scheel