Das Mühlviertel in Oberösterreich galt einst durch seine Grenzlage als rückständig, heute ist es Vorreiter in der Landwirtschaft und geht innovative Wege – dabei besinnt man sich auch auf alte Kulturpflanzen.
„Bio kann ich importieren, das Mühlviertel nicht“, so Günther Rabeder. Der 46-jährige Landwirt ist Initiator der Firma „farmgoodies“, die er mit seiner Frau Judith führt. Das Direktvermarktungsprojekt war zu Beginn als zusätzliches Standbein für den eigenen Betrieb gedacht. Heute ist es eine regionale Initiative, die mit rund 50 landwirtschaftlichen Zulieferbetrieben zusammenarbeitet. Unter der Marke „farmgoodies“ werden hochwertige Speiseöle, Ölsaaten und Senf aus dem oberösterreichischen Mühlviertel vermarktet.
2011 übernimmt Günther Rabeder den elterlichen Hof, stellt ihn 2014 auf Bioanbau um und gründet „farmgoodies“, damals noch mit einem anderen Geschäftspartner. Bis dahin führte Rabeder eine Internetfirma mit 25 Mitarbeitern, Ehefrau Judith arbeitete im Marketing. „Als 19-Jähriger machte ich zwar eine Lehre zum Landwirt, doch dann wollte ich nur noch weg“, erinnert er sich. Der auf 600 m hoch gelegene Hof am Emerberg bei Niederwaldkirchen, 30 Autominuten nordwestlich von Linz, war typisch für das hügelige, kleinstrukturierte Mühlviertel. „Bei den Böden ging oft nicht mehr als Grünland. Wir hatten alles ausprobiert, zuerst Milchvieh, später Stierzucht, auch Schweinemast.“ Er merkte schon bald, „mit Tieren, das war nicht mein Ding, das können andere besser“.
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