Da sind lange Mulden im Boden mit Brettern darauf, umrandet von Blättern. Nein, das sind keine altmodischen Fallgruben, sondern die „Nebenwirkungen“ einer Mountainbike-Strecke im Wald. „Nicht auszudenken, was passiert, wenn Spaziergänger die Gruben zu spät sehen. Da ist so mancher Unfall vorprogrammiert“, betont Max von Elverfeldt aus Weeze bei Goch. Der Waldbesitzer hat die illegale Rennstrecke im Forst nahe dem Campingplatz „Im Erlengrund“ entdeckt und bei einem Pressetermin im Dezember die Risiken für Mensch und Tier erläutert. In dem Wäldchen hat jemand Sprungschanzen und Halfpipes aufgebaut und offensichtlich mit einem Gerät, wie einem Minibagger, Erde bewegt. Boden wurde aufgeschüttet und lose Bretter darübergelegt. „Hier kann man sich leicht verletzen und stürzen“, gibt Max von Elverfeldt zu bedenken.
„Es geht nicht darum, Bürgern die Freude an der Natur zu verderben. Wir freuen uns, wenn Leute hier spazieren gehen. Jeder Erholungsuchende ist im Wald willkommen! Aber wenn man ohne Erlaubnis eine Sportanlage errichtet, entstehen Gefahren für alle“, hebt Max von Elverfeldt hervor. „Viele Menschen denken, der Wald gehört niemandem“, sagt er. Aber entweder gehöre er dem Land NRW oder einem Privatbesitzer – wie in diesem Fall seiner Familie. Es gebe viele offizielle Mountainbike-Strecken, wie zum Beispiel im Klever Reichswald. „Wer gerne auf unbefestigten Wegen fahren möchte, sollte diese nutzen oder als Verein auf uns zukommen und fragen, ob sich auch hier etwas Vergleichbares einrichten lässt“, bietet er an. Aber einfach ohne Erlaubnis mal „herumfuhrwerken“, das gehe nicht.
Was passiert mit dem Wald, wenn illegale Mountainbike-Strecken errichtet werden? „Es entstehen Erosionen und die Humusschicht geht verloren. Regnet es dann heftig, wird der Boden weggeschwemmt und in diesem Fall könnte das Wasser sogar bis auf den Campingplatz laufen“, erklärt er. Die Bäume verlören ihren Halt, gerade hier auf dem sandigen Boden. „Schließlich entsteht die Gefahr, dass die Bäume umfallen – im schlimmsten Fall anderen Spaziergängern oder Radfahrern auf den Kopf. So viel Rücksicht sollte jeder nehmen“, appelliert Max von Elverfeldt, der sich wünscht, dass der Schaden von den Errichtern selbst beseitigt wird. Nur dann will er von einer Anzeige absehen. ah