Jäger zu sein ist attraktiv: Rund 43 000 Jagdscheininhaber gab es im vergangenen Jagdjahr bundesweit und damit 7 % mehr als noch ein Jahr zuvor. Kein Wunder also, dass die diesjährige Messe Jagd und Hund mit 77 000 Besuchern schon fast wieder das Vorcoronaniveau erreicht hat. Zahlreiche Jungjäger kommen über das Thema Wildküche zur Jagd. Viel Andrang gab es deshalb auch beim Wild-Food-Festival der Messe. Als besonderes Highlight stand in diesem Jahr das Sikawild auf dem Präsentierteller. Das Fleisch dieser ursprünglich aus Ostasien stammenden Hirschart gilt unter Fleischsommeliers als das „Wagyu aus dem Sauerland“, denn der Arnsberger Wald beherbergt das größte Sikawildaufkommen in Deutschland.
Jagd findet zunehmend auch in den sozialen Netzwerken statt. Gerade unter den jungen Jägerinnen und Jägern gibt es viele begeisterte Blogger und Influencer, denen es gelingt, mit ihren Posts die nichtjagende Bevölkerung für die Jagd zu begeistern – auch mit dem Thema Wildbret. Fotos von kreativ und appetitlich präsentierten Wildgerichten lassen auch jedem Nichtjäger das Wasser im Munde zusammenlaufen. Schwierig ist es dagegen mit den zahlreichen unkommentierten Erlegerbildern im Netz, also Bildern von gerade erlegtem Wild. „Wenn da zum Beispiel ein frisch erlegtes Reh mit heraushängender Zunge im Blut liegt, dann ist das kein ästhetischer Anblick. Ohne die passende Erklärung zum Bild werden hier negative Emotionen geweckt und das schadet dem Image der Jägerinnen und Jäger insgesamt“, erläuterte Nicole Heitzig, Präsidentin des Landesjagdverbands NRW. Um den netzaffinen Öffentlichkeitsarbeitern Tipps an die Hand zu geben, welche jagdlichen Themen gut ankommen und wie sie präsentiert werden können, hat der Deutsche Jagdverband als bundesweiter Dachverband der Jäger die Broschüre „Jagd in den sozialen Medien, Willkommen im Team Öffentlichkeitsarbeit“ herausgegeben.
Eine große Herausforderung sieht die LJV-Präsidentin auch darin, den Jägernachwuchs für eine Verbandsmitgliedschaft zu begeistern. Während vor 20 Jahren etwa 78 % der Jagdscheininhaber in NRW im Landesjagdverband organisiert waren, gehören dem Verband aktuell noch 67 % der NRW-Jäger an. „Neben der Öffentlichkeitsarbeit der Jägerinnen und Jägern im persönlichen Umfeld oder in den Netzen brauchen wir nach wie vor starke Verbände, die die Tür zu den Politikern aufstoßen können“, betonte Nicole Heitzig.
Annegret Keulen