Improvac: Handel muss handeln

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Mit einem offenen Brief richtet Winnie Bürger einen Appell an den Lebensmitteleinzelhandel (LEH), „sich von der Lebensmittelsicherheit und hohen Qualität der Improvac-Tiere zu überzeugen und endlich den für die Landwirte und die Tiere besten Weg zu unterstützen“. Die Verbraucher wollen ihren Aussagen zufolge ausdrücklich mehr Tierwohl; mit Improvac statt Amputation sei ein großer Schritt in diese Richtung möglich. Bürger, die stellvertretende Vorsitzende beim Tierschutzverein Düsseldorf e. V. ist, setzt sich seit geraumer Zeit für die Impfung mit Improvac als tierschonende Alternative zur betäubungslosen Kastration von Ferkeln ein. 

In ihrem Schreiben erinnert sie den LEH an seine eigenen Bestrebungen, langfristig nur noch Fleischwaren der oberen Haltungsstufen 3 und 4 anzubieten und auf 5xD zu setzen. Sie bedauert, dass die Improvac-Impfung als  gesetzlich zugelassene Methode zur betäubungslosen Ferkelkastration „in der Öffentlichkeit kaum erwähnt und schon gar nicht politisch gefördert“ werde. Für die Impfung führt sie eine Reihe von Vorteilen für Tier und Tierhalter an. Dennoch würden viele Schlachtbetriebe für Improvac-Tiere nicht die Preise zahlen wie für vergleichbare, nichtgeimpfte Tiere. Abzüge von 3 Cent /kg würden rund 3 € pro Tier und damit einige Tausend Euro Verlust pro Jahr für den Bauern ausmachen. Außerdem würden manche Metzger und Lebensmittelkonzerne aus Voreingenommenheit das Fleisch geimpfter Tiere nicht einkaufen wollen, „obwohl es nachweislich bei richtiger Anwendung keinen Ebergeruch mehr gibt“, die Fleischqualität bemerkenswert gut und die Lebensmittelsicherheit nachgewiesenermaßen absolut gegeben seien. Man rede sich aber mit dem Vorwand he­­raus, die Verbraucher würden das Fleisch von immunokastrierten Tieren nicht kaufen. In dem Zusammenhang erinnert sie daran, dass sich die Verbraucherzentralen bereits mehrfach für die Immunokastration ausgesprochen und „die hohe Qualität und Unbedenklichkeit des Fleisches für die Verbraucher testiert haben“. Besonders Branchenriese Edeka Nord beharre jedoch auf seiner Verweigerung, bemängelt Bürger.

Bürger engagiert sich für das Projekt „100 000 Improvac-Schweine“. Bei dem haben Angaben von Bürger zufolge 170 Schweinehalter gezeigt, dass sich die positiven Argumente alle bewahrheitet haben. Die teilnehmenden Bauern würden daher mehrheitlich bei dieser Methode bleiben. Voraussetzung sei aber, dass sie die Tiere zu einem angemessenen Preis vermarkten können.           ds