Informationsveranstaltung zum Entwurf des Regionalplans Ruhr

Foto: imago

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Die Metropolregion Ruhr verändert sich – welche Auswirkungen hat das auf die Landwirtschaft? Diese und andere Fragen waren Inhalt einer Informationsveranstaltung am 19. Februar in Essen. Der Beigeordnete und Leiter des Bereichs Planung vom Regionalverband Ruhr (RVR), Martin Tönnes, stellte den Entwurf des Regionalplans Ruhr und des Handlungsprogramms zur räumlichen Entwicklung der Metropole Ruhr vor. Eingeladen hatte die Bezirksstelle für Agrarstruktur (BfA) Düsseldorf/Ruhrgebiet der Landwirtschaftskammer.

Ohne Fläche geht es nicht

Die Vertreter der Landwirtschaftsverbände und der Landwirtschaftskammer machten deutlich, dass bei den jeweiligen regionalen Planungen insbesondere die landwirtschaftlichen Belange zu berücksichtigen seien, da die Landwirte mit Inanspruchnahme und Beeinträchtigung landwirtschaftlicher Nutzflächen und landwirtschaftlicher Betriebsstätten konfrontiert seien. An verschiedenen Punkten wurde wiederholt deutlich gemacht, dass landwirtschaftliche Nutzfläche die Existenzgrundlage der landwirtschaftlichen Betriebe bildet.

Darüber hinaus wurde bemängelt, dass insbesondere die Flächensumme der Darstellungen für andere Nutzungen, wie zum Beispiel Wohn- und Gewerbeflächen, großflächige Kooperationsstandorte oder Abgrabungsflächen (Bodenschätze) und auch besondere Bereiche für den Schutz der Natur (BSN) aus landwirtschaftlicher Sicht viel zu umfangreich seien. Außerdem würden die erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzflächen den Flächenverlust für die anderen Nutzungen erheblich verschärfen. Die Vertreter der Landwirtschaft wiesen auch darauf hin, dass Sanierungen von Brachflächen als Ausgleich für die neuen Bodenversiegelungen indirekt flächenschonend sein könnten.

Fokus auf Dialog

Intensiv wurde über die großflächigen Ausweisungen der Bereiche zum Schutz der Natur (BSN) miteinander diskutiert. Nach Meinung der Landwirte sind in den zeichnerischen Festlegungen des Entwurfs des Regionalplans Ruhr die landwirtschaftlichen Hofstellen mit BSN überplant. Unter anderem aufgrund der unscharfen, groben zeichnerischen Darstellung und der damit entstehenden schwachen Detailschärfe sei eine Ausparzellierung der landwirtschaftlichen Hofstellen schwierig darzustellen.

Dass der Entwurf des Regionalplans Ruhr und auch der Entwurf des Handlungsprogramms zur räumlichen Entwicklung der Metropole Ruhr in konstruktiver und transparenter Weise erarbeitet worden sei, betonte Eduard Eich vom BFA Düsseldorf/Ruhrgebiet. Die einheitliche Anwendung des Regionalplans Ruhr als Landschaftsrahmenplan soll im Dialog aller Akteure und Rechtsanwender wie beispielsweise der Unteren und Höheren Naturschutzbehörden, des Regionalverbands Ruhr und der Landwirtschaft gefördert werden. Der Regionalverband Ruhr möchte dazu auch nach Rechtskraft des Regionalplans zu einem entsprechenden Fachdialog einladen.

Eduard Eich/Marcel Terhardt