Innovationen dringend nötig

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87 Forschungseinrichtungen aus ganz Europa haben vor der Gleichstellung „präziser Mutagenese-Techniken“ mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) gewarnt. In einem gemeinsamen Schreiben appellieren die Forscher an Brüssel, jede „Innovation in der Pflanzenforschung und Landwirtschaft zu unterstützen“ und die Rechtslage anzupassen. Konkret fordern sie, die mit der sogenannten Genschere CRISPR/Cas modifizierten Sorten unter das klassische Züchtungsrecht zu fassen und nicht unter die EU-Regelung gentechnisch veränderter Organismen (GVO). In ihrer Stellungnahme beziehen sich die Unterzeichner auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Juli des Jahres. Darin hatten die Richter entschieden, dass durch Mutagenese gewonnene Züchtungen als GVO anzusehen sind und deshalb „grundsätzlich“ den Verpflichtungen der entsprechenden EU-Richtlinie unterliegen. Unter das EU-Gentechnik-Recht dürfte damit auch das Genomeediting und die kontrovers diskutierte CRISPR/Cas-Methode fallen.

Die Forscher befürchten, dass die ­EuGH-Entscheidung zu einem „Bann der innovativen Getreidezüchtung“ führen werde. Dies schade Landwirtschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Außerdem befürchten sie den Entzug neuer Generationen von klimawandelverträglichen und nährstoffreicheren Feldfrüchten. Diese würden aber dringend gebraucht, um den aktuellen Herausforderungen gewachsen zu sein. In dem Positionspapier monieren die Wissenschaftler auch, dass das EuGH-Urteil nicht dem aktuellen Wissensstand entspreche. Aus Deutschland haben das Positionspapier unter anderem Vertreter von Max-Planck-Instituten, der Universität Bonn, der Technischen Universität München (TUM) sowie des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) unterzeichnet. AgE