Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) und des Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig halten einen Zusammenhang zwischen Insektensterben und dem zunehmenden Zubau mit Windkraftanlagen in Deutschland für möglich. Ihren Berechnungen zufolge könnten diese in Deutschland für den Verlust von 1 200 bis 3 600 t Insektenbiomasse jährlich verantwortlich sein. Das würde 5 bis 6 Mrd. beziehungsweise 15 bis 18 Mrd. getöteten Insekten täglich entsprechen. Die Autoren verweisen allerdings darauf, dass die Auswirkung der Verluste auf die Gesamtpopulation an Fluginsekten nicht zu quantifizieren sei, weil deren Größe nicht bekannt sei. Aus diesem Grund könne auch kein Vergleich mit anderen Ursachen angestellt werden, die etwa der Landwirtschaft, der Verstädterung oder dem Straßenverkehr zugerechnet werden könnten.
Die Autoren der Erhebung kritisieren in dem Zusammenhang auch, dass bei der Errichtung von Windkraftanlagen bislang kein Verträglichkeitsnachweis gegenüber Fluginsekten erfordelrich sei, die sich im Luftraum bewegen. Dies sei nach mehr als 30 Jahren Ausbau der Windenergie „keine gesellschaftlich akzeptable Option“ und stehe im Konflikt mit dem grundgesetzlich verankerten Vorsorgeprinzip. Dauerhaft Windparks abzuschalten oder gar rückzubauen ist den Autoren zufolge keine Option. Wichtig seien vielmehr Maßnahmen zur Begrenzung von Schäden. Das wiederum setze aber mehr Kenntnisse voraus über die Zusammenhänge voraus. Sie plädieren daher für ein entsprechendes Monitoring und schlagen zum Beispiel die zeitweise Abschaltung von Rotoren in schwarmstarken Zeiten vor. ds