In Bayern soll demnächst eine Pilotanlage zur Nutzung von Insekten als Futtermittel in der Aquakultur in Betrieb gehen. Wie die Technische Universität München (TUM) berichtet, hat das Start-up FarmInsect ein Verfahren auf Basis der Kreislaufwirtschaft entwickelt, mit dem regionale Reststoffe genutzt werden können, um Insektenlarven zu mästen und schließlich zu verfüttern. „Unser dezentrales Verfahren zur Insektenproduktion bietet die Möglichkeit, dass die Larven lebend verfüttert werden können, weil keine langen Transportwege anfallen“, erläutert Unternehmensgründer Wolfgang Westermeier. Das stimuliere beispielsweise Geflügel, natürliche Triebe wie das Picken und Wühlen besser auszuleben und fördere so das Tierwohl. Laut TUM können die Anlagen von FarmInsect in die Infrastruktur jedes Tierzuchtbetriebs integriert werden. Das Unternehmen züchte die Schwarze Soldatenfliege in einer eigenen Anlage und liefere die Larven regelmäßig und auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt an die Kunden. Diese müssten zur Herstellung ihres Insekten-Futtermittels nur einen Mischtopf mit Biomasse befüllen, die jungen Larven in die Klimakammer verbringen und die ausgewachsenen entnehmen, die dann direkt an Nutztiere verfüttert werden könnten. Seit Ende 2017 ist die Verwendung von Insektenmehl in der Aquakultur zugelassen; eine Genehmigung für die Geflügel- und Schweinemast werde laut TUM 2021 erwartet. Die Verfütterung lebender Insekten sei bereits heute für Hühner, Schweine und Fische erlaubt. Um den Vorgaben für die Verwendung von regionalen Reststoffen als Futtermittel gerecht zu werden, hat FarmInsect der TUM zufolge eine eigene IT-Plattform entwickelt, mit der die lückenlose Rückverfolgung der Herkunft gewährleistet werden kann.